Walk for freedom – Weil es auf jeden einzelnen ankommt

von Regina Neufeld

Am 20. Oktober waren Laura, ihr kleiner Sohn und ich stellvertretend für unser Team beim diesjährigen Walk for freedom von A21 in Bonn dabei. Im letzten Jahr sind wir nach Düsseldorf gefahren, aber diesmal konnten wir durch unsere Lieblingsstadt laufen und die Menschen von nebenan darauf aufmerksam machen, dass Sklaverei und Menschenhandel ein hoch aktuelles Thema ist - ja, auch in unserem Land. Weltweit sind schätzungsweise 40 Millionen Menschen betroffen.

Bevor es losging, kam eine gebrechliche Dame auf mich zu. "Ist das hier eine Demonstration? Ich hab das von Weitem gesehen und dachte, vielleicht gibt es hier was umsonst..." - Ja genau, wir möchten durch diesen Schweigemarsch vor Augen führen, dass auch noch im 21. Jahrhunderte Frauen, Männer und Kinder Opfer von Zwangsarbeit und Zwangsprostitution sind. Ihre Antwort darauf war:

"Aber das bringt doch gar nichts."

Oh doch! Und ob es was bringt, wenn ein langer Zug schwarz gekleideter Menschen durch die Stadt zieht und das in mehr als 450 Städten auf der Welt. Schau selbst:

Dass ich in Bonn für sie auf die Straße ging, davon wissen die Betroffenen nichts. Aber weil wir gemeinsam dort waren, wurden viele Menschen dazu gezwungen, wenigsten für einen kurzen Moment die Augen für die Tatsache zu öffnen, dass auch in unserer modernen Zeit in unserem fortgeschrittenen Land Sklaverei betrieben wird. Einige lassen den Flyer gleich auf den Boden fallen, anderen fliegen über diese unangenehmen Informationen und vergessen sie schnell wieder. Aber ich bin überzeugt davon, dass auch Menschen berührt werden, die sich weiter informieren, die A21 oder andere Organisationen unterstützen. Die Medien berichten und streuen diese Infos weiter. Und wer sich mit diesem Thema auseinandersetzt, lernt nicht nur, dass es dieses Problem gibt, sondern auch wie man Opfer der modernen Sklaverei erkennen kann. Auf der Seite von A21 findest du unten eine Auflistung von Anzeichen, für die wir unseren Blick schulen können. Denn wir sollten mit wachsamen Augen durch unsere Städte gehen.

Und deshalb ist es wichtig, dass du dich darüber informierst, ob oder wo es in deiner Umgebung eine Organisation gibt, die sich um die Betroffenen kümmert. Da gibt es zum Beispiel das Projekt Schattentöchter in Neuwied und den Windrose e.V. in Düsseldorf. Sie bieten auch Workshops an, um unsere Gesellschaft aufzuklären und präventiv zu arbeiten.

Denn auch unsere Kinder müssen langsam und behutsam für die Gefahren sensibilisiert werden. Und da wirkt der Walk for freedom als Basis für ein Gespräch. Ich hörte eine Mutter zu ihrem Kind sagen:

"Ich finde es ganz toll, dass so viele Menschen mitmachen."

Und das ist, was auch meine Kinder lernen sollen: Gemeinsam verändern wir die Welt. Gemeinsam gehen wir auf die Straßen dieser Welt. Wir erheben gemeinsam unsere Stimme. Und wir werden gemeinsam erleben, wie Menschen befreit werden.

Das hatte die alte Dame, mit der ich gesprochen habe, in ihrem langen Leben leider nicht gelernt. Sie sah das Problem, aber keinen Weg, etwas dagegen zu tun. Da stand dieser Goliath vor ihr, gegen den sie machtlos zu sein schien. Doch es steht ein Gott hinter uns, der so viel größer ist, als dieser Riese, sodass wir kleinen Menschen sehr wohl gewinnen können und werden. Wenn du A21 oder IJM auf Instagram folgst, dann bekommst du immer wieder mit, wenn Menschen befreit werden. Das sind immer wieder kleine Siege auf dem Weg zum großen Ziel, Sklaverei endgültig zu beenden.

"Richtig, es kommt auf jeden einzelnen an."

Erklärte einer der Polizisten einer anderen alten Dame, während wir mit Regenschirmen in der Hand über den Münsterplatz schritten.

So ist es. Es kommt auch auf dich an.

Deshalb sei im nächsten Jahr am 19. Oktober 2019. Blocke diesen Termin in deinem Kalender und setze in deiner Stadt ein Zeichen.

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