Schlüsselmomente

Aussichtslos...

Ich stehe in einer aussichtslosen Situation, weiß nicht mehr, wie es weiter gehen soll.
Jede Lösung, die mir einfällt, verpufft wie ein Feuerwerk am Horizont. Was übrig bleibt ist der Duft nach Schwefel, den ich eigentlich ganz gerne hab, der mir aber im Moment eine weitere Niederlage verkündet.
Ich suche weiter, frage mich: „Warum?“ „Warum passiert mir das?“ Das ist so unfair. Wieso soll ich mich jetzt damit rumschlagen, obwohl ich nicht schuldig bin? Wieso passiert mir diese Ungerechtigkeit? Warum ziehe ich den Kürzeren? Ich suche nach einer Antwort, suche nach einer Zündschnur, die mir zur ausschlaggebenden Idee verhilft. Bald wird mir klar...- das, was ich suche, ist Frieden.
Ich suche nach inneren Frieden. Nach Gewissheit, dass alles gut werden wird.
Nach Gewissheit, dass alles in der Hand des Einen liegt. Des Einen, der alles überblickt, der auch dieses Problem sieht, der Ungerechtigkeit hasst und der der Gerechtigkeit zum Sieg verschafft.
Jesus- Ich sehne mich nach dir, nach einer Berührung, nach einem Wort, das mir Frieden gibt.
Ein Wort, das meiner Seele Ruhe schenkt, das mir sagt: "Ich sehe dich! Ich sehe deine Situation! Du bist nicht allein, ich trage dich da durch!"

Das Blatt wendet sich...

Dann ist da dieser Moment! Dieser Moment! Er ist unbeschreiblich. Und würde ich versuchen diesen Moment zu beschreiben, so würde ich es wahrscheinlich doch nicht genau treffen. Denn dieser Moment ist ein Augenblick zwischen mir und Gott. Kein Anderer ist zwischen uns!
Wir stehen uns gegenüber, schauen uns in die Augen und ich begreife, wem ich da gerade gegenüber stehe. Mein Herz, das gerade noch verzweifelt und gehetzt nach einer Antwort gesucht hat, das voll von Selbstmitleid und blind für meinen Gott war, sieht plötzlich den Einen.
Den Einen, der alles kontrolliert, der Antworten auf all meine Fragen hat, der größer ist als alle Größen dieser Welt. Größen, die ich nie alleine bezwingen kann, die mich in die Knie zwingen können. Doch an ihm scheitern sie! Er steht da. Er war die ganze Zeit da. Er sieht mich und er wartet auf mich. Er wartet bis mein Herz es versteht, dass die Zweifel und Sorgen es nicht weiterbringen, sondern immer wieder in die gleiche Sackgasse führen. Er wartet, bis ich mir einen Moment der Ruhe gönne, weil ich nicht mehr kann und keinen Ausweg sehe. Er wartet, bis ich aufblicke und einfach nur meinen Blick auf ihm ruhen lasse. Unsere Blicke treffen sich. Und er wartet, bis mein Herz bereit ist sich aufzurichten, den Platz einzunehmen und die Worte auszusprechen. Die Worte auszusprechen, die das Licht in die Finsternis bringen, die der Hoffnung neuen Raum schaffen, die verschlossene Türen öffnen und Lebensfreude neu erwecken.

Perspektivenwechsel...

Er wartet, bis ich bereit bin zu sagen: „Ich glaube!... Ich glaube, dass du da bist. Ich glaube, dass du die Situation siehst! Ich glaube, dass dir nichts zu schwer ist. Ich glaube, dass selbst wenn ich verliere, du dennoch alles zum Sieg werden lässt. Ich glaube an dich.“ Und leise höre ich die Worte:
„Dein Glaube hat dich gerettet! Geh in Frieden.“ Lukas 7,50
Endlich! Endlich bin ich da, wo meine Seele auftankt, wo mein Herz Ruhe findet und mein Geist zu tanzen beginnt. Hier kommt Leben. Der Tod, die Trauer muss fliehen. Der Frieden erfüllt mein Herz! Es gibt keinen Raum mehr für die Finsternis. Sie muss fliehen, denn Licht hat ihren Platz eingenommen. Und ich kann aufstehen, meinen Blick erheben, die Tränen trocknen und meine Hände heben.
Danke! Danke, für diesen Moment mit dir. Für diesen Moment, der meine Sicht weitet, meine Augen für Neues öffnet, mich von Problemen aufsehen lässt, denn dahinter stehst du und hast alles im Griff.
Ich trete aus der Finsternis und nehme meinen Platz als Gottes Tochter wieder ein. Hier gehöre ich hin. Hier findet mein Herz Frieden, hier ist die ewige Ruhe. „Auch wenn ich nicht mehr da bin, wird doch der Friede bei euch bleiben. Ja, meinen Frieden gebe ich euch – einen Frieden, den euch niemand sonst auf der Welt geben kann! Deshalb seid nicht bestürzt und habt keine Angst!“ Johannes 14,27
Hier atme ich auf und schaue hoch...Am Horizont erhebt sich ein Heißluftball. Er schwebt in die Höhe und verweilt dort: Von dort sieht man die Welt von oben, die aussichtslose Lage kann von hier viel besser betrachtet werden. Hier sieht man, dass meine Sicht von unten mir nicht die Antworten schenkt, aber derjenige der alles sieht, hat alles unter Kontrolle. Dieser Heißluftball gleicht einem Schlüsselmoment. Ein Moment, der alles ändert. Der deine Sicht weitet und dich zu neuen Erkenntnissen bringt. Erkenntnisse über den Einen, der alles weiß und alles in der Hand hat. Ich sehne mich nach diesen Momenten, in denen ich Gott, meinen Vater immer mehr kennen lerne. Manchmal denke ich, ihn zu kennen, um dann im nächsten Moment zu erfahren, dass er so viel anders, so viel größer ist, als ich dachte. Kennst du solche Momente?
Für mich sind solche Momente von unschätzbarem Wert. Vor einiger Zeit durfte ich Gott so erleben.

Der Schlüssel...

Und tatsächlich hatte dieses Erlebnis wirklich mit einem Schlüssel zu tun, der mir geklaut wurde. Der Schlüssel war nicht versichert und leider handelte es sich dabei um einen Generalschlüssel. Nach einigen Telefonaten war klar, dass ich eine große Summe zahlen muss, um für den Verlust dieses Schlüssels aufzukommen. Mein halbes Erspartes wäre weg gewesen. Ich hatte ganz andere Pläne mit diesem Geld und der Gedanke daran, dass ich für die Ungerechtigkeit eines anderen bezahlen muss, machte mich wütend und traurig zugleich. Ich betete und bat Gott dafür zu sorgen, dass dieser Schlüssel wieder auftaucht. Doch nichts passierte. Ich ging mehrmals zum Fundbüro um in Erfahrung zu bringen, ob der Schlüssel vielleicht doch noch gefunden wurde. Nichts tat sich. Ich betete und merkte, wie mein Herz von Ärger und Wut gefangen war. Zusätzlich befand ich mich in einer Prüfungsphase und kämpfte verzweifelt darum, meine Gedanken nicht auf die Suche nach diesem Schlüssel zu fokussieren, sondern auf meine Prüfungen. An einem Tag,- ich fühle mich, als wäre ich in dieser Situation-so real steht sie mir gerade vor Augen- ich war auf den Knien und redete mit meinem Vater, kämpfte um Glauben, dass er auch diese Ungerechtigkeit sieht und in der Hand hat. Plötzlich kam mir der Gedanke, dass Gott seinen Kindern selbst bei Ungerechtigkeit den Sieg bringen wird. Diese Wahrheit war mir plötzlich so klar. Mir wurde bewusst: selbst wenn dieser Schlüssel nie auftaucht und ich das Geld zahlen muss, wird mich diese Situation nicht zu Fall bringen, sondern Gott wird sie gebrauchen, um mich zu stärken. Er geht mit mir da durch.

Ein Glaubensschritt...

Jetzt konnte ich sagen: „Vater, ich glaube! Ich glaube, dass du diese Ungerechtigkeit siehst und ich glaube, dass du diese Situation zum Besten führen wirst. Selbst wenn ich das Geld bezahlen muss, wirst du es zum Guten führen.“ Sobald ich diese Worte ausgesprochen habe, verspürte ich Frieden. Frieden über die Situation. Und ich konnte diese Situation an Gott abgeben, aufstehen und meinen Alltag fröhlich weiter leben. Ich wusste, es ist alles in Gottes Hand. Er handelt gegen Ungerechtigkeit und lässt alles zu meinem Besten ausgehen.
Es war mir egal, wie diese Geschichte ausgeht. Aber was blieb, war der Frieden, weil Gott da war und das ist mehr wert als Geld und irgendein Schlüssel. Ich glaube, jeder von uns hat immer wieder solche Momente, in denen wir Gott neu kennen lernen, in denen wir in seinen Armen ausruhen und uns geborgen fühlen.
Momente, in denen der Vers real wird: „Mit dir mein Gott, kann ich über Mauern springen!“ 2. Samuel 22,30
Und wenn du sie nicht erlebst, dich aber danach sehnst, dann sprich diesen Glauben aus. Sprich aus, dass du glaubst, dass Gott mehr kann, als du erwartest. „Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubtest,
so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?“ Joh. 11,40. Auch wenn du noch zweifelst, sprich Wahrheiten, die du über Gott weißt, aus.

Proklamiere sie...

Sprich sie in deiner aussichtslosen Situation aus. Dann muss der Zweifel fliehen, dann muss die Angst fliehen, weil du ihr keinen Raum mehr gibst und Jesus den Herrschaftsbereich überlässt.
Es ist kein Versprechen, dass dann alles funktionieren wird und die Schwierigkeiten in einem Moment wie weggeblasen sind. Einige Schwierigkeiten werden weggenommen, einige werden aber bleiben.
Das Ausschlaggebende ist, wie wir durch diese Situationen gehen und als welcher Mensch wir sie schlussendlich überwinden. Wir können an Gott verzweifeln, ihm die Schuld geben und vielleicht sogar den Rücken zukehren. Oft neigen wir zu dieser Reaktion. Wir wünschen uns, dass Gott eingreift und beten dafür, doch nichts passiert. Und weil er nicht eingreift, schieben wir ihm diese Schuld zu.
„Gott, warum greifst du nicht ein? Warum änderst du nicht meine Situation?“
Dabei vergessen wir, dass es oft unsere Entscheidungen waren und dass wir oft nicht aufgepasst haben. Gott muss sich uns nicht zu wenden, aber er hat sich dafür entschieden und hat es versprochen. Er hat versprochen, dass er für uns sorgt. Und das tut er auf vielerlei Art und Weise. Und immer so, dass es für uns zum Besten wird. Dem Einen nimmt er die Schwierigkeit weg. Dem Anderen hilft er durch die Situation hindurch, steht ihm bei und geht mit ihm durch dieses Tal. Manchmal wenn ich abends im Bett liege und meine Gedanken keine Ruhe finden, höre ich mir den Psalm 23 an. Ich liebe die Passage, in der beschrieben wird, wie Gott uns durch das dunkle Tal führt. Es macht mir Hoffnung, zeigt mir den Heißluftballon am Horizont, lässt mich Licht am Ende des Tunnels erhoffen. Der Refrain eines Liedes erinnert mich an solche Momente mit Gott und bringt das Gesagte auf den Punkt:
Lena Belgard: *Noch nie*
„Ich hab noch nie eine Liebe wie die deine gefunden. Nichts kann mich trösten, wie ein Blick von dir. Stiller Begleiter meiner einsamen Stunden. Freund bist du mir!“
Ein Blick von Gott unserem Vater ist ein unvergesslicher Moment! Ein Blick voller Liebe, Zuneigung, Zuspruch und Heilung! „Der Herr wende sich dir in Liebe zu und gebe dir Frieden!“ 4. Mose 6, 26
Christine Dusdal

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