Meine Worte – Goldene Äpfel in silbernen Prunkschalen?

von Vanessa Segler

„Was sind meine Worte schon wert?“

Mir fiel es schon während meiner Schulzeit schwer, mich zu melden und meine Meinung zu sagen. Meine mündlichen Noten haben mich meistens runtergezogen, im Schriftlichen war ich deutlich besser. Beim Elternsprechtag kam immer das gleiche: „Alles gut, nur Vanessa muss sich mehr melden!“. Es hat mich genervt. Aber es fiel mir sehr schwer, mich zu verändern. Auch heute noch melde ich mich nur ungerne in Vorlesungen oder Seminaren in der Hochschule. Ich habe Angst, etwas Falsches zu sagen oder schief angeschaut zu werden und blöde Kommentare abzubekommen, wenn ich anderer Meinung bin als die Mehrheit. Ich sitze lieber dabei und höre zu, gebe meine eigene Meinung nicht preis, schweige. Es geht mir aber nicht nur in der Schule so, sondern auch in privaten Kreisen. Wenn ich in größeren Gruppen bin, fällt es mir schwer zu meiner Meinung zu stehen, auch wenn alle etwas anderes behaupten. Bei mir kommt das Gefühl auf, dass es nicht wichtig ist, was ich sage. Was habe ich schon Nennenswertes zu erzählen? Was ist meine Meinung schon wert?

Wie Gott durch Worte anderer Menschen wirkte

Mir ist aufgefallen, dass ein paar Männer in der Bibel auch vor der Herausforderung standen, ihre Stimme gegen die Meinung anderer zu erheben:
 Jeremia wurde von Gott als Prophet berufen, d.h. er sollte Gottes Worte an das Volk Israel weitergeben, das sich ständig gegen Gott wandte. Jeremia hatte Angst vor dieser Aufgabe und wollte Gott umstimmen: „Siehe, ich verstehe nicht zu reden, denn ich bin zu jung.“ (Jer 1,6) Aber Gott wollte genau Jeremia haben und sagt zu ihm: „Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund“ (Jer 1,10).
Oder schauen wir uns Mose an: Er sollte zum Pharao gehen und ihn bitten, das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten führen zu dürfen. Dem Pharao war es natürlich alles andere als recht, dass seine Sklaven gingen und die Arbeit zurückließen. Auch Mose hatte eine Ausrede: „Ach, Herr! Ich bin kein redegewandter Mann…; denn unbeholfen ist mein Mund und unbeholfen meine Zunge… Da sprach der Herr zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? Oder wer macht stumm oder taub, sehend oder blind? Nicht ich, der Herr? Und nun geh hin! Ich will mit deinem Mund sein und dich unterweisen, was du reden sollst.“ (2. Mo 4,10-12)
Beide Männer sollten sich für Gottes Wahrheit und Gerechtigkeit einsetzen. Beiden hat Gott Mut zugesprochen, ihren Mund zu öffnen. Beiden legte Gott seine Worte in den Mund. Wenn Gott selbst für so große Aufgaben befähigt, warum sollte er mir nicht auch im Alltag helfen können, zur richtigen Zeit das Richtige zu sagen?

Wie unsere Worte glänzen können

 „Goldene Äpfel in silbernen Prunkschalen, so ist ein Wort, geredet zu seiner Zeit.“ (Spr 25,11)
Lasst uns mutig sein und goldene Äpfel in silbernen Prunkschalen sammeln! Unsere Worte sollen durch Wahrheit und Gerechtigkeit glänzen und hervorstechen so wie goldene Äpfel in silbernen Prunkschalen sich von anderen normalen Äpfeln unterscheiden. Gott möchte uns dabei helfen, das richtige Wort zum angemessenen Zeitpunkt zu sagen. Aus uns heraus schaffen wir es nicht, denn die Macht der Zunge ist so groß! Wir können durch sie einen ganzen Wald in Brand setzen (vgl. Jak. 3,5). Aber genauso wie wir mit ihr zerstören können, haben wir die Möglichkeit, mit unserer Zunge aufzubauen und uns für Gerechtigkeit und Wahrheit einzusetzen!
Oft bin ich zu feige und bequem, um mich für Wahrheit und Gerechtigkeit in der Hochschule einzusetzen. Ich möchte eigentlich offen zu meinem Glauben und meinen Werten stehen und diese verbreiten. Doch es fällt mir schwer und so schweige ich lieber. Kennst du das?
Ich lese zurzeit das Buch „Tochter Gottes, erhebe dich. Vom Schmerz zum Sieg. Vom Sieg zum Segen.“ von Inka Hammond (https://www.scm-shop.de/tochter-gottes-erhebe-dich-7495222.html). Ihre Worte haben mich darin ermutigt, meine Stimme zu erheben:
„Deine und meine Stimme zählt. Egal, ob deine Stimme eine große Reichweite hat oder du nur ein paar wenige Menschen in deinem Umfeld erreichst. Deine Stimme ist wichtig und unersetzlich. Wenn du nicht sprichst, wer dann?“ (S.102)
Auch in der Bibel finden wir so viel Ermutigung und weise Sprüche zu dem Thema:
„Mein Mund soll erzählen deine Gerechtigkeit, dein Retten den ganzen Tag.“ (Ps 71,15)
„Ein Mann hat Freude an der treffenden Antwort seines Mundes, und ein Wort zu seiner Zeit, wie gut!“ (Spr 15,23)
„Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge, und wer sie liebt wird ihre Frucht essen.“ (Spr 18,21)
„Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit und freundliche Weisung ist auf ihrer Zunge.“ (Spr 31,25-26)
Mein Gebet ist, dass durch meine Worte aufgebaut und nicht zerstört wird, Gottes Wahrheit verbreitet und nicht verschwiegen oder verdreht wird. Mein Gebet ist, dass durch mich mehr goldene Äpfel auf silbernen Prunkschalen gesammelt werden.
Stimmst du in mein Gebet mit ein?

 

 

 

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