Lastenträger

Von Vanessa Töws
Kennst du das bedrückende Gefühl, dass eine riesengroße Last auf dir liegt? Kennst du es, wenn so viel Verantwortung auf dir liegt, dass du glaubst, es nicht tragen zu können? Ich glaube eine Person aus der Bibel kannte dieses Gefühl ganz gut:

Wie soll ich es alleine tragen?

Mose weiß nicht mehr, was er tun soll. Er will am liebsten aufgeben. Das Volk Israel macht es ihm während der Wüstenwanderung als Leiter nicht gerade einfach. Sie stöhnen und weinen und meckern, dass sie gerne Fleisch zum Essen hätten. In seiner Verzweiflung ruft Mose zu Gott:
„Bin ich etwa mit diesem ganzen Volk schwanger gewesen oder habe etwa ich es geboren, dass du zu mir sagst: „Trage es an deiner Brust, wie der Betreuer den Säugling trägt“, in das Land, das du ihnen zugeschworen hast?“… Ich allein kann dieses Volk nicht tragen, denn es ist mir zu schwer.“ (4.Mo.11, 12-14, ELB)

Wie ein Vater sein Kind trägt…

Einige Jahre später, zum Ende der langen Reise, steht das Volk Israel vor einer großen Herausforderung. Sie sollen das Land der Amoriter einnehmen. Das Volk hat große Angst vor den Amoritern. Sie scheinen viel mehr, viel größer und viel mächtiger zu sein. Wieder ist das Volk am Stöhnen und Murren. Aber diesmal reagiert Mose ganz anders. Seine Worte sprechen nicht von Verzweiflung, sondern von Zuversicht:
„Der Herr, euer Gott, der vor euch herzieht, er wird für euch kämpfen nach allem, was er in Ägypten vor euren Augen für euch getan hat, und in der Wüste, wo du gesehen hast, dass der Herr, dein Gott dich getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Weg, den ihr gezogen seid, bis ihr an diesen Ort kamt.“ (5.Mo.1,31f., ELB)
Vielleicht hatte Mose sich in diesem Moment an das Erlebnis in der Wüste erinnert als er so verzweifelt zu Gott rief. Damals hatte er das Gefühl, er müsse das Volk alleine tragen wie eine Mutter ihr Kind und dazu noch ein unzufriedenes Volk! Das war ihm viel zu schwer! Jetzt blickt er zurück und erkennt: Es war gar nicht er selbst, der das Volk getragen hat. Nein, Gott hatte diese Last auf sich genommen und das Volk getragen wie ein Vater seinen Sohn trägt und er wird es auch weiterhin tun! So oft haben sie erlebt wie Gott Wunder getan hat: er hat sie aus Ägypten geführt, er hat sie mit Nahrung, ja sogar mit Fleisch versorgt, er hat sie vor Feinden bewahrt… Es konnte nur Gottes Hand gewesen sein, die sie gehalten hat!
Ich habe zu diesen Bibelstellen an Silvester 2017 eine Predigt gehört. Mich hat diese Geschichte so ermutigt! Ich wusste, dass in dem neuen Jahr viele Aufgaben auf mich zukommen werden, bei denen ich die Verantwortung trage. Immer wieder habe ich in den letzten Monaten gedacht: Ich kann nicht mehr, das ist mir gerade alles zu schwer! Wenn ich aber zurückblicke, kann ich auch wie Mose sagen: Gott hat mich getragen wie ein Vater sein Kind! Und im Hinblick auf die Herausforderungen, die noch vor mir liegen, kann ich wissen: So wie er mich bis jetzt getragen hat, wird er es auch weiterhin tun!

Wie du deine Last los wirst

Welche Last ist dir im Moment zu schwer? Vielleicht hast du das Gefühl, du musst sie ganz alleine tragen. Lass dich von diesen Versen ermutigen. Sie zeigen dir wie du deine Last loswerden kannst:
„Wirf all deine Last auf den Herrn! Er wird dich sicher halten. Niemals lässt er den zu Fall kommen, der nach Gottes Willen lebt.“ (Ps.55,23, NGÜ)
„Lasst euren Aufruhr und erkennt, dass ich allein Gott bin…“ (Ps.46,11, NGÜ)
„Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und was stöhnst du in mir? Harre auf Gott! – denn ich werde ihn noch preisen, das Heil meines Angesichts und meinen Gott.“ (Ps.42,12; ELB)
„Gepriesen sei der Herr Tag für Tag! Er trägt unsere Last, Gott ist unsere Rettung.“ (Ps.68,20, ELB)
Lass deine Last los! Lass sie fallen in die Hände Gottes! Sie tragen dich zusammen mit deiner Last. Und dann lobe Gott, preise ihn, danke ihn, denn er ist gut!

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