Herbstgedanken

von Christine Dusdal
Die Blätter fallen, tanzen im Wind und vergolden den Gehweg. Die Sonne steht tief, die Luft ist kalt und erinnert uns daran, dass der Sommer vorbei ist. Der Herbst ist da - die Zeit der Gemütlichkeit und der Besonnenheit. Die Zeit der Wanderungen, der Kürbisse und des Federweißers. Ein Genuss!
Für manch einen ist der Herbst aber auch die Zeit des Ausmistens und Aufräumens. Der heiße Sommer ist vorbei. Die Trägheit der Hitze hat Spuren hinterlassen. Der Herbst bringt das Bedürfnis, nochmal richtig Ordnung zu schaffen, bevor die Adventszeit beginnt. Kisten werden gepackt, Sperrmüll häuft sich an der Straße. Die Regale werden wieder leer, Überschüssiges hat hier keinen Platz mehr. Was für ein befreiendes Gefühl, so leicht und schwerelos. Weg ist der Müll, die Ordnung ist wieder hergestellt und die Leere der Regale und des Kellers lässt wieder aufatmen.
Tage vergehen, Monate ziehen dahin und spätestens zum Weihnachtsfest ist die Bude wieder vollgestellt. Neues wurde eingekauft, Überschüssiges aufgehoben und da, wo eine schöne Vase den Platz füllen sollte, sind wieder Rechnungen und ungeöffnete Briefe angehäuft worden. So schnell ist die Ordnung dahin und die Regale wieder gefüllt. 
Nur weil wir einmal sauber gemacht, einmal sortiert und ausgemistet haben, heißt es nicht, dass auch unsere Angewohnheiten, alte Dinge zu horten, Briefe nicht sofort zu öffnen und Papierkram für morgen aufzubewahren, mit auf den Sperrmüll gelegt wurden.Wir sind immer noch dieselben Menschen mit denselben Gewohnheiten.

Die „bösen Geister“ loswerden 

Einige Bräuche aus dem Herbst sprechen von Dämonen und Befürchtungen, die dann durch ausgehöhlte und geschnitzte Kürbisse vertrieben werden sollen. In der Bibel wird erzählt, wie einige Menschen von Dämonen befreit wurden und auch Jesus spricht darüber (Matt.12,34). Ich möchte an dieser Stelle nicht auf die Befreiung von Dämonen zu sprechen kommen. Aber ich denke, dass wir Jesu Worte auch für die Befreiung von anderen „bösen Geistern“, wie Neid, Zorn und andere Sünden und schlechte Gewohnheiten anwenden können. Die geheilten Menschen wurden frei von der Kontrolle durch „böse Geister“. Diese „Geister“ sollten keinen Platz in unserem Herzen haben und auch von ihnen müssen wir geheilt werden. Jesus schenkt uns diese Freiheit:
"Doch Gott erklärt uns aus Gnade für gerecht. Es ist sein Geschenk an uns durch Jesus Christus, der uns von unserer Schuld befreit hat." (Röm. 3,24, NL)
Jeder von uns hat Müll im Leben - Sünden, böse Taten, Lügen, zerstörerische Angewohnheiten. Wir schleppen sie mit uns herum, bis wir schließlich unter der Last zusammenbrechen. Doch der Teufel hat keine Macht, wenn du Jesus erlaubst, dich zu heilen. Dazu brauchst du Jesus lediglich um Vergebung für deine Schuld bitten. Er befreit dich davon.
Ich habe diese Befreiung selbst erlebt. Doch viele Menschen bleiben an diesem Punkt stehen. Sie räumen ihr Leben auf, laden all den Müll bei Jesus ab und genießen das Gefühl der Freiheit. Ihr Herz ist wieder frei, aufgeräumt, die Regale sind leergefegt. Frei von „bösen Geistern“, von Schuld, frei von Lügen, frei von zerstörerischem Leben. 

Die „bösen Geister“ kommen wieder

Doch die „bösen Geister“ kommen wieder. Jesus sagt, dass wenn kein Bekenntnis der Schuld und Erneuerung geschieht, dann kehren die „bösen Geister“ zurück, nisten sich wieder ein und treiben ein schlimmeres Spiel mit dir als vorher (Matt. 12,43). Die „bösen Geister“ versuchen ihr Glück und lauern vor der Tür, bis wir ihnen aufmachen. Selbst Paulus erzählt von dieser Versuchung und von dem Kampf gegen die Sünde, den er immer wieder kämpfen musste und auch manchmal verlor (Röm. 7,14-15).
Wähle den Heiligen Geist und besetze den Platz der „bösen Geister“ durch den Geist Gottes. Kämpfe gegen die Sünde und wandle im Heiligen Geist:
"Ihr aber werdet nicht mehr von eurer sündigen Natur, sondern vom Geist Gottes beherrscht, wenn Gottes Geist in euch lebt. Wer aber den Geist von Christus nicht hat, der gehört nicht zu Christus." (Röm. 8,9; NL).
Fülle dich mit den Gedanken Gottes. Lerne Gott kennen, höre die Stimme des Heiligen Geistes. Lass ihn dir sagen, wie du leben kannst, damit du nicht wieder fällst und Raum für die „bösen Geister“ oder für die Sünde lässt. Lass dich erneuern durch Gottes Gedanken, fülle dich mit ihnen aus, bis kein Platz für anderes ist. Manchmal können wir diesen Weg nicht alleine gehen, dann können uns eine Seelsorgerin oder eine Mentorin dabei helfen.
An einigen Tagen habe ich das Bedürfnis, einfach die Bibel zu lesen - Kapitel für Kapitel. Wenn ich merke, dass sich mein Herz wieder von ihm entfernt, setze ich mich hin und lese darin, bis mich ein Gedanke Gottes trifft und mich wieder zurück zu ihm zieht. Am liebsten lese ich dann die Bücher der großen Propheten. Ich habe Hunger, Gottes Reden zu hören, seine Gedanken zu lesen und sie in mich einzusaugen, mich zu füllen mit seinem Wort. Auch Lobpreislieder füllen mein Herz, lenken mich wieder an auf Jesus und lassen mich ihn anbeten, richten mein Herz wieder aus.
Der Kampf um unser Herz ist real. Jesus warnt davor, dass alter Müll unser Herz wieder schnell einnimmt, wenn wir es nicht bewusst mit Gottes Reden und seinen Gedanken füllen. Also pass gut auf dein Herz auf: 
 
"Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben." (Spr 4,23, NL)

Dekoriere dein Herz 

Ist es auch für dich mal wieder Zeit aufzuräumen? Alte Gewohnheiten und zerstörerische Gedanken loszuwerden? Sünden, gegen die du schon lange kämpfst, abzulegen? - Räume auf, bring sie vor Jesus. Bereue deine Tat, überlege, wie du dahin gekommen bist und meide diesen Weg, diese Taten oder Entscheidungen. Nimm die Vergebung Jesu in Anspruch und forsche in der Bibel, welchen Weg er dir vorschlägt, welche Entscheidungen weise sind. Lass deine alten Gedanken austauschen durch Gottes Gedanken. Sein Weg ist der ewige Weg. Dekoriere dein Herz mit Zusagen Gottes, mit Versen, die dich ermutigen und neu herausfordern, dich aber auch vom falschen Weg fernhalten. Vor einiger Zeit ist es mir wieder wichtig geworden, Bibelverse auswendig zu lernen. Vielleicht ist es auch für dich dran. Lass dich neu herausfordern, Gottes Wort zu kennen und Verse auswendig zu lernen.
Du musst nicht erst einen Kürbiss mit einer Grimasse versehen, um zu hoffen, dass dieser die „bösen Geister“ vertreibt. Setze ganz neu auf Gott und seine Weisheit für dein Leben.
Viel spaß beim Aufräumen und beim neu dekoriere.

 

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