Harmonie- um jeden Preis?

„Gott ist ein eifersüchtiger Gott.“ (vgl. 5.Mose 32,16 HFA)
Mit diesen Worten konnte ich sehr lange nichts anfangen. Sie klangen so fremd für mich und sie passen nicht in das Bild, das ich über Gott habe. Wird über eine Person gesagt, dass sie eifersüchtig ist, hat dies direkt einen negativen Beigeschmack. Eifersucht wird in der Bibel als eine zerstörerische Eigenschaft dargestellt. Eifersucht übersteigt sogar weitere nicht erstrebenswerte Charakterzüge, wie zum Beispiel Zorn und Wut.

Eine zerstörerische Kraft

„Zorn und Wut sind so zerstörerisch wie ein reißender Strom - gegen die Eifersucht aber verblasse die beide!“ Sprüche 27,4 HFA
Nicht selten hat die Eifersucht eines Partners Beziehungen zerstört. Auch einige Freundschaften halten die Auswirkungen von Eifersucht nicht aus und zerbrechen daran, dass zu wenig Vertrauen in die Person des Gegenübers gegeben wird. Wenn die Bibel Eifersucht in Zusammenhang mit Gott bringt, spricht sie meistens davon, dass Gott nach der Ausrichtung eines Herzens eifert.
„Sie reizten ihn zur Eifersucht mit fremden Göttern, abscheulich war ihr Götzendienst, beleidigend für ihren Gott.“ 5.Mose 32,16 HFA.

Der Platz Gottes

Gott möchte an erster Stelle im Leben eines Menschen stehen. Doch schon früher, und auch heute, finden andere Personen oder Gegenstände den Platz in unserem Herzen und zuletzt erobern sie den Thron. Gott eifert um diesen Platz. Dieser Platz gehört ihn, weil er unser Schöpfer ist und nur so eine erfüllende Beziehung zu ihm funktionieren kann. Wenn wir in der Bibel lesen, sehen wir die Geschichte von Eli. Eli war ein gottesfürchtiger Mensch und er diente im Allerheiligsten vom Tempel. Ihm war die ehrenvolle Aufgabe verliehen, im direkten Kontakt mit Gott zu stehen und um Vergebung für die Sünden des Volkes zu opfern. Er hatte die persönlichste Beziehung zu Gott, die man sich vorstellen konnte zu dieser Zeit. Doch eines Tages beschloss Eli den Thron in seinem Herzen anderen Personen zu opfern. Seinen Söhnen. Die Familienmenschen unter uns können Eli verstehen. Natürlich stehen wir zu unserer Familie. Familie und Freunde sind das wichtigste und das höchste Gut, das wir uns vorstellen können. Leiden sie, leiden wir mit, brauchen sie Hilfe, helfen wir ihnen, wir gehen durch dick und dünn mit ihnen. Und es ist auch gut so. Jeder Mensch braucht diesen Rückhalt und ist es eine heile und eine lebensspendende Familie, dann haben wir ein glückliches Los gezogen. Elis Söhne hatten sich für Wege entschieden, die nicht gut waren und von Gott klar verboten wurden.

Harmonie um jeden Preis

Eli ermahnte sie, beteiligte sich aber daran. Auch wenn es nur das Essen des Fleisches war, das sie auf ungerechte Weise erworben hatten. Doch dadurch stellte Eli seine Söhne höher als die Prinzipien Gottes. Warum Eli so inkonsequent war, erfahren wir nicht. Vielleicht wollte er Gemeinschaft mit seinen Kindern haben und aß deswegen mit. Vielleicht dachte er sich „Ein kleines Stück wird schon nicht schaden“. Wir wissen es nicht, aber Eli suchte die Gunst seiner Söhne und nicht die von Gott.
„Und du, Eli, warum ehrst du deine Söhne mehr als mich?“ 1. Samuel 2, 29 HFA.
Gott hat Prinzipien und Wünsche für uns Menschen und machen wir sie zu unseren Wünschen und zu unseren Prinzipien, dann ehren wir Gott damit. Tun wir es nicht, verachten wir ihn. Bei Freunden und Familie neigen wir dazu ein Auge zu zudrücken und ich verstehe Eli hier. Gott ist ein eifernder Gott. Er möchte, dass wir ihn auch unter unseren Freunden und unserer Familie ehren.

Die heilende Kraft

Suchen wir die Gunst der Menschen, bleibt kein Platz für die Gunst Gottes. Gott möchte dass die Beziehung zwischen mir und ihm in allen Kreisen für mich das Wichtigste bleibt. Ich als Familienmensch fand das Handeln Gottes in der Geschichte Elis recht hart. Doch gerade dort, wo wir unseren wunden Punkt haben, versuchen wir Gott zu ignorieren und stellen sein Reden zu uns auf stumm. Wir wollen nicht, dass Gott in diesen Bereich spricht, weil es zu sehr wehtun würde, würde sein Reden Konsequenzen von uns fordern. Elis Handeln ist verständlich und wahrscheinlich war für ihn die Gemeinschaft und eine harmonische Beziehung zu seinen Söhnen wichtiger als auf das Reden Gottes konsequent zu handeln. Ich neige auch dazu eine harmonische Beziehung möglichst schützen zu wollen und merke nicht, dass dieser Schutz nur oberflächlich ist. Vermeiden wir offene Aussprachen und Konfrontationen mit Konflikten, erhalten wir eine Fassade aufrecht, die uns nicht rettet. Gott möchte das Leben für uns und ist gekommen, unser Leben zu bereichern.
„Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es im Überfluss haben.“ Joh. 10,10 HFA.
Sein Reden und seine Ermahnungen sind Worte des Lebens und wir dürfen darauf vertrauen, dass es der Weg zum Leben ist, auch wenn die Harmonie in einigen Beziehungen erst mal auf Eis liegt. Für harmoniebedüftige Menschen ist es ein Kampf und eine Geduldsprobe. Am Ende wartet dennoch eine tiefere und lebendige Beziehung zu den Menschen, die wir lieben, wenn wir Offenheit und Konfrontation zulassen. Trau dich in deinen Beziehungen mit Freunden und Familie auf Ehrlichkeit zu setzen. Auch wenn es manchmal unbequem wird...eine tiefe und lebensspendene Beziehung benötigt Ehrlichkeit. Sollte dies auch mal eine Korrektur oder Ermahnung bedeuten, dann sprich sie in Aufrichtigkeit und guter Absicht aus. Mit dem Wissen, dass Gott Gutes für dich und für dein Gegenüber möchte. Deswegen sollten auch wir mit unseren Korrekturen in guter Absicht und mit Güte einander begegnen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass ihr aufrichtig und gütig seid, weil ihr selber wisst, wie viel Gott euch geschenkt hat. Deshalb könnt ihr euch auch gegenseitig ermahnen.“ Römer 15,14 HFA.

Von Christi

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