Gottesdienst im Herzen

von Vanessa Segler

Die Vergänglichkeit der Dinge

Vor wenigen Wochen waren mein Mann und ich in New York und besuchten dort einen Gottesdienst. Wir traten in das Gebäude und waren überwältigt. Wir fühlten uns wie in einem Palast. Unser Blick ging von den goldenen aufwendig verzierten Wänden über zur hohen Decke, die glitzernde Kronleuchter schmückten. Wow, das war ein Anblick! Das Gebäude von außen betrachtet wirkte gar nicht so pompös wie von innen. Wir erfuhren dann, dass das Gebäude früher ein Theatersaal war. Ich finde es eigentlich eher unsympathisch, wenn ein Gemeindehaus so prunkvoll ist, weil es ja nicht um das Äußere geht. Daher war ich gespannt auf den Gottesdienst, auf die Menschen, darauf, worauf es wirklich ankommt. Die Predigt passte perfekt zu meinen Gedanken! Es ging um Matthäus 24. Jesus ist mit seinen Jüngern unterwegs. Diese machen ihn auf die Gebäude des Tempels aufmerksam. Ich kann mir vorstellen, wie sie - ähnlich wie mein Mann und ich in New York – auf das pompöse Gebäude zeigen, das ein einziges Kunstwerk ist, und sich gegenseitig auf Details aufmerksam machen. Jesu Reaktion kommt unerwartet:

„Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen werden wird.“ (Mat. 24,2)

Mit anderen Worten: Das alles hier ist vergänglich. Ich schaute um mich in diesem wunderschönen Saal als ich diese Worte aus dem Mund des Predigers hörte. So schön und wertvoll das alles auch war, es hat im Endeffekt keinen Ewigkeitswert. Das alles, was ich dort sah, wird vergehen.

Ein Tempel mit Ewigkeitswert

Doch im Gegensatz zu den Gebäuden werde ich ewig leben. In mir wohnt Gott und damit ist mein Körper sein Tempel und dieser ist kostbarer als die schönste Kirche.

„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen teuren Preis erkauft worden.“ (1. Kor. 6,19-20)

Das alte Theatergebäude musste die Gemeinde Unmengen von Geld gekostet haben. Doch was für einen hohen Preis hat Jesus für uns gezahlt, um uns frei zu kaufen! Es hat Jesus viel Angst, entwürdigende Demütigung und letztendlich das Leben gekostet! Er hat alles für uns gegeben. Das ist der Preis, den Jesus für uns gezahlt hat. So wertgeachtet sind wir in seinen Augen. Er möchte in tiefer Gemeinschaft mit uns leben.
Gerade jetzt, wo die Kirchengebäude aufgrund des Corona-Virus geschlossen sind, bin ich so dankbar, dass Gott nicht in Kirchen wohnt, sondern in jedem einzelnen Christen durch den Heiligen Geist! Gerade jetzt können wir lernen, was wahrer Gottesdienst bedeutet. Gottesdient heißt nicht nur, sich sonntagmorgens in der Kirche zu versammeln. Gottesdienst ist ein Lebensstil – unabhängig von Gebäuden und bestimmten Zeiten. Die Kirchen schließen, aber lasst uns mit dem Gottesdienst nicht aufhören, sondern ihn in unseren Herzen weiterfeiern!

Wie wir Gottesdienst in unseren Herzen feiern

„Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig! Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in eurem Herzen in Gnade! Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!“ (Kol. 3,16f.)

  1. Lasst uns täglich durch das Lesen der Bibel mit Gottes Wort füllen! Gerade jetzt, wo wir mehr zuhause sind, können wir mehr Zeit darin investieren.
  2. Lasst uns gegenseitig im Glauben ermutigen und herausfordern! Auch wenn wir einander weniger sehen, haben wir viele andere Möglichkeiten miteinander Kontakt zu halten. Wie wäre es mal wieder mit dem Verschicken einer Postkarte? Wir können auf solche Wege miteinander teilen, was Gott uns aufs Herz legt. So können wir Christen ermutigen, aber auch Nichtchristen herausfordern. Diese Krise birgt eine große Chance!
  3. Lasst uns für Gott in unseren Herzen singen! Die Lobpreiszeit in der Gemeinde fällt weg, aber nicht die Lobpreiszeit in unserem Herzen. Lasst uns Lobpreislieder hören und mitsingen, ob laut hörbar oder lautlos in unserem Inneren.
  4. Lasst uns in Jesu Namen reden und handeln! Lasst uns offen sein für das Reden des Heiligen Geistes in uns. Vielleicht fordert er uns auf, einer bestimmten Person zu fragen wie es ihr geht oder ob wir ihr helfen können.
  5. Lasst uns Gott danken, denn es gibt immer Gründe zum Danken! Es kann helfen, diese Dinge aufzuschreiben, um sich darauf zu fokussieren. Wir dürfen uns nicht von deprimierten Gedanken gefangen nehmen. Auch wenn die Welt in einer Krise steckt und die nächsten Wochen und Monate unsicher sind, wir haben gute Aussichten auf eine herrliche Ewigkeit mit Jesus!

 

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