Gottes Fürsorge…

von Vanessa Töws
Der Frühling hat begonnen. Alles erwacht nach dem langen Winter. Die Sonne geht schon am frühen Morgen strahlend auf. Die farbenfrohen Narzissen und Tulpen am Wegesrand strecken ihre Köpfchen nach oben, um möglichst viel von der kraftspendenden Sonne abzubekommen. Aber auch die Menschen lassen gerne ihr Gesicht von ihren warmen Strahlen streicheln. Am Abend hinterlässt die Sonne nach ihrem majestätischen Untergang auf manchen glühenden Wangen und am Horizont einen roten Schimmer. Der Himmel wird dunkler, der Mond strahlt heller. Nach und nach lassen sich immer mehr kleine, blinkende Sterne erblicken.

…zeigt sich in großen Dingen

„Wenn ich den Himmel sehe, das Werk deiner Hände, den Mond und die Sterne, die du erschaffen und an ihren Ort gesetzt hast, dann staune ich: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst? Wer ist er schon, dass du dich um ihn kümmerst!“ (Ps.8,4-5, NGÜ)
Ich bin einer von 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde, die einen Durchmesser von mehr als 12.700 Kilometer hat.[1] Über mir scheint die Sonne, dessen Durchmesser rund das Hundertfache beträgt. Die klitzekleinen Glitzersteine auf dem Nachthimmel sind eigentlich gigantisch groß. Einige Sterne haben sogar den tausendfachen Durchmesser unserer Sonne.[2]
Und der Schöpfer, der das alles geschaffen hat, interessiert sich noch dafür, sich um mich kleinen Menschen zu kümmern? Was bin ich schon im Vergleich zu dem, was das Universum alles bietet?

…wie auch in Kleinigkeiten

„Seht euch die Lilien auf dem Feld an und lernt von ihnen!... Wenn Gott die Feldblumen, die heute blühen und morgen ins Feuer geworfen werden, so herrlich kleidet, wird er sich dann nicht erst recht um euch kümmern, ihr Kleingläubigen?“ (Mat.6,28+30, NGÜ)
Gott kümmert sich um die großen wie auch die kleinen Dinge! Er hat riesengroße Sterne geschaffen und sich dann den kleinen Gänseblümchen zugewandt, in die er liebevolle Details einbrachte. Gottes Fürsorge hat keine Grenzen. Für ihn ist nichts zu groß, aber auch nichts zu klein und unbedeutend.
Ich habe manchmal den Gedanken, für kleine Dinge lohnt es sich nicht zu bitten oder zu danken. Letztens saß ich auf unserem Balkon und habe den Sonnenuntergang beobachtet. Für mich ist das immer wieder ein großartiges Schauspiel, was sich da meinen Augen bietet. Ich kann dann nur über Gottes Macht staunen! Am nächsten Morgen habe ich beim Joggen erlebt, dass ich Gott nicht nur in den großen Dingen erkennen kann, sondern auch in den ganz kleinen. Ich bin gerade über eine Brücke gelaufen, die über eine sehr gut befahrene Straße führt, als ich plötzlich ein klirrendes Geräusch hörte. Mein Schlüssel! Er war mir heruntergefallen. Nur wenige Zentimeter fehlten und er wäre von der Brücke herunter und nach unten auf die Straße geflogen. Puh, das ist ja noch mal gut gegangen. Danke, Gott! Dieses klitzekleine Erlebnis zeigte mir, dass Gott nicht nur dafür sorgt, dass die Sonne auf- und unter geht und die Jahreszeiten wechseln, sondern dass Gott auch dafür sorgt, dass ein winziger Schlüssel von einem der 7,5 Milliarden Menschen nicht verloren geht.

… doch entspricht nicht immer unseren Erwartungen

Doch es läuft nicht immer so, wie ich es beim Joggen erlebt habe. Manchmal laufen Dinge doch schief. Dann fragen wir uns, wo Gott in seiner fürsorglichen Art ist. Das habe ich erst heute erlebt. Ich erwartete ein Paket, das ich für gleich in der Gemeinde brauchte. Mir wurde versprochen, dass es spätestens heute ankommen sollte. Ich wartete und wartete. Doch es kam nicht. Am Morgen hatte ich über Gottes Fürsorge geschrieben. Gott wird schon dafür sorgen, dass das Paket rechtzeitig ankommt! Wahrscheinlich kommt es kurz bevor ich weg muss an. Die Zeit vergeht. Ich muss schon gleich los. Endlich! Es klingelt an der Tür. Ich mache auf. Es ist tatsächlich der Postbote! Doch… er hat nur ein Paket für meine Mitbewohnerin. Fehlalarm. Es ist Zeit zu gehen. In der Gemeinde schaue ich immer wieder auf mein Handy in der Erwartung meine Mitbewohnerin schreibt mir, mein Paket sei soeben eingetroffen. Doch es kommt nichts. Ich merke wie Zweifel in mir hochkommen. Wieso hat Gott nicht gehandelt? Das wäre doch kein Problem für ihn. Oder doch? Ich glaube, ich sollte daraus eine Lehre ziehen: Gott kümmert sich immer um uns. Doch nicht immer so, wie wir es erwarten!
„Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und meine Wege sind nicht eure Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde so viel höher sind meine Gedanken als eure Gedanken und meine Wege als eure Wege.“ (Jes.55,8-9)
Wenn ich in Zukunft den Sonnenuntergang bestaune, will ich daran denken, wieviel Macht Gott hat, sich um die großen Dinge zu kümmern. Wenn ich ein kleines Blümchen am Wegesrand sehe, möchte ich mich erinnern, dass Gott sich auch um die kleinen Dinge in meinem Leben kümmert. Und wenn ich in den weiten Himmel schaue, will ich daran denken, dass ich Gott vollkommen vertrauen kann, weil er weiter denkt als ich. Machst du mit?

 

[1] "Die Erde", https://www.taschenhirn.de/geografie/unsere-erde/, (23.04.18).

[2] Kayser, Rainer, 04.06.09,  "Wie groß sind Sterne?",  https://www.weltderphysik.de/thema/hinter-den-dingen/groesse-von-sternen/, (23.04.18).

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