Gold-wert

von Christine Dusdal
Es glänzt und schimmert in einem unvergleichlichen Gelbton. Der Schein des Goldes blendet den Goldschmied, der seinen Blick nicht abwenden kann. So sehr fesselt ihn dieser Schein und erwärmt sein Herz. Wie wunderschön es ist, dieses Werk, dieses Gold. Behutsam beginnt er es zu formen - ein schönes, dünnwändiges Gefäß soll es werden. Wertvoll. Unbezahlbar. Es soll nicht verkauft werden, nein, es soll einen ganz besonderen Platz in seiner eigenen Sammlung bekommen. Einzigartig geformt, rein, in seiner schönsten Farbe scheinend und vom Meister höchstpersönlich für die Ewigkeit signiert. Gereinigt im Feuer, geformt zum Gefäß und als vollkommen befunden, erhält es seinen vorherbestimmten Platz in der wertvollsten Sammlung des Himmelreiches.

Lebens-wert

Welche Eigenschaften verkörpert Gold und was macht es so wertvoll? Es ist ein außergewöhnliches Metall mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Gold ist robust und gleichzeitig formbar. Unter Hitze kann es sich ausdehnen und zu dünnsten Schichten geformt werden, ohne zu zerbrechen, da es eine hohe Dichte aufweist. Gold hat eine eigene Farbe, ist unverkennbar. Es ist durch kaum etwas zu zerstören, nur zum Beispiel die Königssäure kann es zersetzen.
Aus so einem Metall soll unser Lebenswerk sein, unser Glaube und alles, was wir tun. Jeder von uns baut sein Leben. Das Fundament ist Jesus. Auf ihn bauen wir, auf ihn vertrauen wir und auf ihn fallen wir, sollte mal alles zusammenbrechen. Paulus sagt in 1. Korinther 3, dass wir unser Leben aus unterschiedlichen Materialen bauen können. Gold stellt hierbei die höchst zu erreichende Qualität dar. Robust, formbar, mit einer hohen Dichte, mit einer eigenen Farbe und kaum zersetzbar. Wie kann unser Leben diese Eigenschaften aufweisen? 

Geläutet im Feuerofen

Im Feuerofen des Leidens habe ich dich geläutet (Jesaja 48,10; SCH2000).
Leid stellt das Feuer dar, durch das Gott uns läutet. Oftmals wollen wir dem Leid entfliehen, Unfrieden nicht zulassen, eine Fassade aufrecht erhalten und unberührt bleiben. Leid berührt und verändert uns. Es läutert uns und bringt uns an unsere Grenzen. Leid macht uns formbarer und für Veränderungen bereit, genauso, wie Feuer das Gold formbarer und geschmeidiger macht in der Hand des Meisters. Nachdem ich Leid und Schmerz in meinem Leben erfahren hatte, wollte ich damit nichts mehr zu tun haben. Ihm entfliehen und mich davor schützen. Ich hatte Angst vor den seelischen Schmerzen. Angst vor den Stunden der Verzweiflung, des Weinens und der Einsamkeit. Ich wollte dem Schmerz, dem Leid entfliehen. Bis ich mit der Zeit erkannte, dass mich dieses Leid in den Händen Gottes weicher machte, formbarer. Ich merkte, wie seine Finger anfingen mich zu formen, mich zu streichen, meinen Schmerz auffingen und gebrauchten. Das Leid hatte mich in seine Hände geführt, mich dort aufgeben und formbar werden lassen. Gott nutzte es, um mich seine Liebe, seine Güte und Gnade erleben zu lassen. Jetzt laufe ich weniger vor Schmerz und Leid davon, kämpfe nicht mehr unentwegt um innerlichen Frieden.
Nimm Schmerz und Unfrieden erst einmal an und begib dich in die Hände Gottes. Gemeinsam mit ihm, kannst du es besser einordnen, durchleben und gestärkt werden. Ich weiß mit Gott werde ich nicht zerbrechen, mein Leben, mein Sein, meine Identität wird nicht zerbrechen. Nur etwas wie Königssäure vermag es zu tun. Und dieser König hat mir seine Treue geschworen und hat mir Leben gegeben. Wollen wir ein Werk, das goldwert ist, muss es geläutet werden, um die Eigenschaften zu erlangen: 

Robust wie Gold

Gold ist fast vollständig unempfindlich gegenüber Einflüssen von außen. Ein Leben, ein Glaube oder ein Dienst kann diese Eigenschaft auch verkörpern.
Paulus sagt, dass er gelernt hat, in jeder Lebenslage zufrieden zu sein:
„...schließlich habe ich gelernt, in jeder Lebenslage zurechtzukommen. Ob ich nun wenig oder viel habe, beides ist mir durchaus vertraut, und ich kann mit beidem zufrieden sein...“ (Philipper 4, 11-12).
Umstände können uns schnell ins Wanken bringen, uns beeinflussen, den Blick versperren und uns dadurch die Freude und Zufriedenheit nehmen. Ein Glaube oder ein Lebenswerk kann aber robust sein und den Umständen trotzen, wenn wir lernen in jeder Lebenslage zufrieden zu sein. Zufriedenheit beginnt mit Dankbarkeit. Lenke deinen Blick auf das Gute und danke, auch wenn dir nicht danach zumute ist. Erst wenn wir Leid kennen oder andere Situation, die uns herausfordern, lernen wir das Gute zu schätzen und uns dran zu freuen. Erinnere dich an diese Zeiten und freue dich an dem Guten, das dir begegnet. Begegnen dir schwere Zeiten, dann schau auf den einen, der mit dir da durch geht und dich nicht alleine lässt. 

Formbar wie Gold

Es lässt sich formen und zu Neuem gestalten. Es beharrt nicht auf seine Form und lässt sich nicht wie Holz nur durch Gewalt auseinander brechen, um dann verändert zu werden. In der Hand des Schmiedes, lässt sich Gold mit Leichtigkeit unter Hitze umgestalten. Unser Glaube und die Aufgaben, die wir tun, können umgestaltet, bereichert und zu Besserem geformt werden, wenn wir zum Beispiel Menschen in unser Leben lassen. Gott schuf das Miteinander, damit wir uns von einander prägen lassen, ein weiches Herz entwickeln und uns verändern lassen, so wie wir auch andere verändern. Nicht immer sind Beziehung, Freundschaften ohne Konflikte und Schmerz, aber sie formen und verändern.
Wie man Eisen durch Eisen schleift, so schleift ein Mensch den Charakter eines anderen.“ Sprüche 37,17.
In der Gemeinschaft können wir verändert werden. Suche die Gemeinschaft, sei es in einer Freundschaft, Beziehung, Ehe oder einem Hauskreis und sei offen für die Veränderung. Es war ein Hauskreis, der mich dazu bewegte, mich für die Taufe zu entscheiden und es waren die Menschen in einem Hauskreis, die mir Halt in einer schweren Zeit gaben und mir halfen zurück zu Gott zu gehn.

Eine eigene Farbe wie Gold

Gold ist unverkennbar und besitzt eine reine, eigene Farbe. Eine besondere Eigenschaft. Gott hat jeden von uns einzigartig geschaffen, mit einer eigenen Identität, besondere Fähigkeiten. Mit einer besonderen Berufung. Die Einmaligkeit von jedem Menschen erstaunt mich, auch die Einzigartigkeit, wie ein Mensch glaubt... geprägt von seiner eigenen Geschichte und einem eigenen Zugang zu Gott. Die ganz persönliche Beziehung zu Gott. Diese Besonderheit, Reinheit und Eigenheit der Farbe unseres Glauben und unserer Berufung sollen wir leben. Doch leider schauen wir manchmal auf die Farben des Anderen, auf seinen Glauben, auf seine Aufgaben und werden neidisch, wünschen uns jemand anderes zu sein. Finde deinen ganz persönlichen Weg mit Gott und deine Aufgabe. Lebe diese und entfalte dich darin. Lebe deine eigene, reine und besondere Farbe. Vielleicht gibt es eine Aufgabe in deiner Gemeinde, die du ausprobieren kannst, um an ihr zu wachsen und deinen eigenen Weg zu finden?

Gold-Wert

Kommt Leid in unser Leben, erachten wir es als schlimm und als eine Strafe. Dies setzt jedoch ein Versprechen voraus, dass uns nie schlimmes begegnet, wenn wir uns nur anstrengen. Doch so ein Versprechen gibt Gott uns dich. Aber er verspricht, mit uns durch das Leid zu gehen, dass uns begegnet, es mit uns zu teilen und es ein Stück weit leichter zu machen. Er geht mit uns da durch, damit wir am Ende des Weges glänzen...glänzen wie Gold.
Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Starb, die trösten mich. (Psalm 23, 4; SCH2000)

 

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