Geliebtes Kind

von Amy Wiebe
Paulus betet für die Epheser:
“Dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid, damit ihr imstande seid, mit allen Heiligen völlig zu erfassen, was die Breite und Länge und Höhe und Tiefe ist, und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus, damit ihr erfüllt werdet zur ganzen Fülle Gottes.” Eph 3,17-19
Es ist mein Gebet für dich, dass du den Umfang der Liebe Gottes zu dir im vollsten Umfang greifen kannst! Oft werden wir in unserer Rolle als Mutter, Frau, Tochter, Angestellte, Gemeindemitarbeiterin usw. gefangen. Es gibt jeden Tag unzählige Dinge zu tun.I wache morgens, meistens früher als ich möchte, in meiner Rolle als Mutter auf. Obwohl ich es versuche, einenglatten Start in den Tag zu erreichen, ist da meistens die typische Morgeneile: unsere drei Jungs anziehen, Windeln wechseln, Frühstück machen, meinen Mann und meinen Sohn mit allem Nötigen versorgen, bevor sie das Haus verlassen. Meine Aufgaben als Mutter hören aber noch nicht auf: Geschirr waschen, Wäsche waschen, Betten machen, aufräumen, Snacks vorbereiten, Windeln wechseln, Töpfchentraining, Geschichten vorlesen, verschüttete Milch aufwischen, Streit schlichten, einkaufen, meinen Sohn vom Kindergarten abholen, aufräumen, Gäste zum Abendessen, mehr Geschirr waschen, Emails beantworten, Spielkameraden, Fußballtraining, Geburtstagsfeiern, Arzttermine usw. Die To-Do Liste für Mütter endet nie. Und es ist leicht, sich in all den Verantwortungen, die wir haben, zu verlieren. Wir wollen schließlich gute Mütter sein.Aber in all den Bemühungen, gute Mütter zu sein, werden wir sehr gestresst: Es sind so viele Dinge, die wir tun müssen. Wie kann ich das alles jemals schaffen? Wir werden wütend: Die Jungs streiten wieder, mein Mann kommt spät von der Arbeit und die Kinder meckern über das Essen. Warum sind sie nicht dankbar? Realisieren sie nicht, was ich alles tue?Wir fühlen uns schuldig: Wenn ich ihre Manieren am Tisch sehe, ihre Beschwerden höre,und meine Wut spüre, fühle ich mich, als ob ich in meiner Rolle als Mutter versage. Warum lernen sie nicht die Dinge, die ich möchte? Warum war ich nicht geduldiger? Warum bin ich laut geworden? Wie hätte ich die Dinge besser machen können? Ich fühle mich entmutigt.Dennoch - wenn ich über den vergangenen Tag reflektiere, spricht eine leise, kleine Stimme:
Du hast etwas vergessen, mein Kind. Heute hast du vergessen, dass AUCH du in erster Linie ein Kind bist, MEIN liebes geliebtes Kind. Du bist von MIR geliebt. Erinnerst du dich, wie du deine Babys geliebt hast, als du sie zum ersten Mal in deinen Armen hieltest. Ohne wirklich zu wissen, wie oder warum oder wann es begann, wusstest du, dass du sie immer lieben würdest, dass nichts, was sie jemals tun würden, dich dazu bewegen könnte, sie nicht mehr zu lieben. Ich liebe dich mit einer perfekten Liebe. Ich liebe dich, wenn du nachts wegen einem weinenden Baby aufwachst. Ich liebe dich, wenn du Windeln wechselst, Geschirr wäschst, und Streit schlichtest. Ich liebe dich, wenn du ein Buch vorliest und Spielzeuge aufhebst. Ich liebe dich, wenn du hoffnungsvoll und voller Energie bist. Und ich liebe dich, wenn du müde bist und dich von deinen Verantwortungen erdrückt fühlst. Ich liebe dich, wenn du wütend bist oder dich nicht geschätzt fühlst. Ich liebe dich, wenn du laut wirst, wenn du dich deswegen schuldig fühlst und wenn du dich dafür entschuldigst. Ich liebe dich, wenn du einen Termin verpasst. Ich liebe dich, wenn du eine Pause brauchst und es nicht abwarten kannst, dass die Kinder endlich schlafen. Ich liebe dich in den Nächten, wenn du versuchst, deine Arbeit aufzuholen, während sie schlafen und ich liebe dich, wenn du am Abend in der Badewanne ein gutes Buch liest. Du musst meine Liebe nicht verdienen. Du bist mein Kind! Und ich werde dich immer lieben!"
„Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“ (Joh 1,12)
„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen!“ (1. Joh 3,1)
Ich bete, dass du inmitten der Geschäftigkeit deines Lebens als Mutter begreifen kannst, wie sehr Gott dich liebt.
Obwohl unsere Rolle als Mutter diejenige ist, die ständig unsere Aufmerksamkeit zu beanspruchen scheint, können wir ihr nicht entkommen und ehrlich gesagt, wollen wir es auch nicht wirklich (zumindest nicht für lange ☺). Aber es ist unsere Identität als geliebtes Kind, als die Tochter eines Königs, die uns die Kraft und die Ausdauer gibt, die wir brauchen, die Liebe, die uns fehlt, und den Frieden, nach dem wir uns sehnen, während wir unsere Rollen jonglieren. Als unvollkommene Mütter werden wir immer Fehler machen. Aber wir haben einen Gott, der uns liebt, der uns erwählt und uns bereits vergeben hat. Seine Liebe wird sowohl unser Vorbild als auch die Quelle unserer Liebe. Wahre Liebe für unsere Kinder, Ehemänner, Nachbarn, Kollegen und Freunde kommt nur von Ihm. Wenn wir in der Lage sind, ein wenig von der Breite und Länge und Höhe und Tiefe der Liebe unseres Vaters für uns zu begreifen, wenn wir diese Liebe, die alle Erkenntnis übersteigt, erkennen, dann sind wir wirklich in der Lage zu lieben.
"Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat." (1Joh 4,17)

Fotos: 1-3) Benjamin-Thorn / pixelio.de; 4) Marvin Siefke / pixelio.de

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