FURCHTLOS – Wie wir unbekümmert dem nächsten Tag zulachen können

von Regina Neufeld
Im Februar war ich in unserer Nachbargemeinde als Referentin zu einem Frauenfrühstück eingeladen. Ich hab mich riesig darüber gefreut! Als ich anfing, mir über das Wunschthema Gedanken zu machen, merkte ich jedoch schnell, dass es mir selbst ans Herz gehen würde. Ängste und Sorgen. - Da hatte ich in den vergangenen Jahren schon eine Menge dazu gelernt. Ich grüble nicht mehr (kaum noch), kann meine Panik kontrollieren, wenn ich eine Zecke sehe, und ich lächle begeistert, wenn meine Kinder in einer Baumkrone sitzen (während mein Herzschlag sich verdreifacht). Doch als ich mich mit dem Thema FURCHTLOS beschäftigt habe, musste ich schnell zugeben, dass dies nicht auf mich zutrifft.
Einer meiner liebsten und für mich herausforderndsten Verse in der Bibel steht in Sprüche 31,25:
"Sie strahlt Kraft und Würde aus, und sie lacht und hat keine Angst vor dem kommenden Tag.“ (NL)
Wenn ich diese Worte lese, habe ich nur einen Gedanken: Das will ich auch!
Wusstest du, dass 95% der Ängste und Sorgen, die wir uns machen, nicht eintreffen? Aber sie berauben uns. Des Lebens und der Freude. Außerdem sagt die Statistik, dass wir Frauen doppelt so häufig unter Ängsten leiden wie Männer (im Alter wendet sich das). Und: Wenn wir ängstlich und sorgenvoll sind, ist die Chance ziemlich hoch, dass wir auch unsere Kinder zu ängstlichen Menschen erziehen.
Einige Frauen hatten mich nach dem Frauenfrühstück gebeten, ihnen die Bibelverse und Zitate zu geben, die ich vorgelesen habe. Deshalb liste ich diese hier auf und schreibe nur wenig dazu. Falls dich das ganze Thema interessiert, kannst du mich gerne mal in deine Gemeinde einladen. Schreib mir an info@lily-white.de.

Kraftvoll

In Markus 4,33ff lesen wir von einer Situation der Jünger, in der Angst auf jeden Fall nachvollziehbar ist. Sie haben Todesangst, während der Sturm um sie herum tobt und sie in ihrem Fischerboot von den Wellen fast  verschlungen werden. Nachdem Jesus den Sturm gestillt hatte, fragen seine Jünger: "Wer ist dieser Mann, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen?" (Vers 41, NL)
Die Antwort auf diese Frage ist unsere erste Antwort, die wir brauchen, um unsere Sorgen und Ängste loszulassen.
In Josua 1,9 steht:
"Ich sage dir: Sei stark und mutig! Hab keine Angst und verzweifle nicht. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst." (NL)
Wenn du Gott nicht kennst, bedeutet dir das nichts. Doch wenn du weißt, wer er ist, dann ist das alles, was du wissen musst. Dieser große, mächtige Gott - ER ist da.
Auch wenn ich durch das dunkle Tal des Todes gehe, fürchte ich mich nicht, denn du bist an meiner Seite. (Psalm 23,4, NL)
Gott ist immer bei dir. Diese Tatsache wird dich nicht immer vor dem Sturm bewahren. Aber ER geht mit dir hindurch.
„Echte Freude ist nicht die Abwesenheit von Schmerz, sondern die Gegenwart des Herrn Jesus IN den Schmerzen, der uns festhält und zu sich zieht. (Nancy Leigh DeMoss)
Doch auch wenn es manchmal so scheint, Jesus ist deine Angst nicht egal:
"Ich freue mich über deine Gnade, denn du hast mein Elend gesehen, und meine Angst ist dir nicht gleichgültig." (Ps 31,8, NL)
Gebet ist nicht der letzte Ausweg, sondern eine Zuflucht, in der ich mich mit Gott gemeinsam, nicht mehr allein, meiner Angst stellen darf:
"Vom Ende der Erde schreie ich zu dir um Hilfe, denn ich habe Angst. Führe du mich in Sicherheit, denn bei dir finde ich Zuflucht. Du bist wie eine Burg, in der ich vor meinen Feinden geborgen bin. Lass mich für immer in deinem Heiligtum leben, wo ich unter dem Schutz deiner Flügel sicher sein kann!" (Ps 61,3-5, NL)

Würde

Sie strahlt Kraft und Würde aus.
Angst entsteht, wenn unsere Bedürfnisse nicht erfüllt sind - nach Überleben, Sicherheit, Bedeutsamkeit, Erfüllung, Persönlichkeit. Und wenn dir nie jemand gesagt hat, dass du wertvoll bist, dann ist es schwierig für dich, deine Würde wahrzunehmen. Du entwickelst Ängste in Bezug auf Gott, deine Mitmenschen und dich selbst.
"Du lässt mich nicht schlafen, nicht einmal beten kann ich mehr vor Kummer! Ich denke an die früheren Zeiten, an längst vergangene Jahre, als ich beim nächtlichen Harfenspiel fröhlich war. Ich grüble und denke nach. Hat denn der Herr mich für immer verstoßen? Wird er sich nie mehr über mich erbarmen? Habe ich seine Gnade für immer verloren? Gelten seine Zusagen nicht mehr? Hat Gott vergessen, gütig zu sein? Warum verweigert er uns im Zorn sein Erbarmen?" (Ps 77, 5-10, NL)
Doch Jesus sagt, dass er sich immer um unsere Grundbedürfnisse kümmern wird:
"Sorgt euch nicht um euer tägliches Leben - darum, ob ihr genug zu essen, zu trinken und anzuziehen habt. Besteht das Leben nicht aus mehr als nur aus Essen und Kleidung?" (Mat, 6,25, NL)
"Deshalb verhaltet euch nicht wie ängstliche Sklaven. Wir sind doch Kinder Gottes geworden und dürfen ihn »Abba, Vater« rufen." (Röm 8,15, NL)
"Nichts kann uns von seiner Liebe trennen. Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder unsere Ängste in der Gegenwart noch unsere Sorgen um die Zukunft, ja nicht einmal die Mächte der Hölle können uns von der Liebe Gottes trennen." (Röm 8,38)
Es steckt so viel mehr in dir, als du ahnst. Gott hat einen großen Plan, einen Auftrag für dich. Lass nicht zu, dass die Angst dich von deiner Berufung abhält.
„Manchmal stiehlt die Angst vor Versagen die Schönheit, die wir eigentlich erschaffen sollten." (Angie Smith)

Zuversicht

Sie lacht dem nächsten Tag zu.
"Die Nacht ist noch voll Weinen, doch mit dem Morgen kommt die Freude." (Ps 30,6b, NL)
Siehst du immer auf das, was fehlt oder siehst du, wie reich beschenkt du bist?
Hör', die Kapelle spielt ihr tanzbarstes Lied auf Repeat
Doch allen Beats zum Trotz wiegt sich niemand im Takt der Musik
Zynismus und Gleichgültigkeit filigran als
finstere Filter auf die Wahrnehmung gelegt
Bis wir den Geber der guten Gaben vor lauter Segen nicht mehr sehen
Sind wir nicht überschüttet mit Strömen des Schönen
Doch so furchtbar fokussiert auf was
uns noch fehlt, dass wir ächzen und stöhnen
Unter der Last des
Selbstverständlichen Wohlstands an den wir uns gewöhnten
(Marco Milchalzik)
Deine Gedanken heute bestimmen, wo du in Zukunft sein wirst. - Mit welchen Gedanken stehst du morgens auf?
"Für die Elenden bringt jeder Tag Sorgen; aber für ein fröhliches Herz ist jeder neue Tag ein Fest." (Spr 15,15, NL)
Ich wünsche dir und mir, dass wir morgens mit einem Lächeln aufstehen und abends mit einem dankbaren Herzen einschlafen. 
PS: Die Herzensfreundinnen haben vor Kurzem auch etwas zum Thema Angst geschrieben. Schau gleich mal vorbei!

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