Frieden in unruhigen Zeiten

Von Christine Dusdal

Jerusalem-Old City

Durch das Damaskus-Tor in der Stadtmauer von Jerusalem gelange ich in das Innere der Old City. Ein farbenfrohes Getümmel von Menschen umhüllt mich und der Duft der aufgeschütteten Gewürzberge steigt mir in die Nase. Einige Meter weiter erkenne ich anhand der Kopfbedeckung, dass ich im arabischen Viertel der Old City bin. Ich folge den Schildern Richtung Klagemauer, um in das jüdische Viertel zu kommen. Anhand der abnehmenden Geräuschkulisse erkenne ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Bald kommen mir Kinder mit einer Kippa auf dem Kopf entgegen, die gerade aus der Schule nach Hause laufen. Spätestens als ich die Bilder in den Einkaufsgassen betrachte, die studierende Rabbiner darstellen, wird mir klar: Jetzt bin ich im jüdischen Viertel. Hier ist es ruhig, aber der ein oder andere Jude huscht an mir vorbei. Den Kopf gesenkt und immer schnell unterwegs. Nach dem Besuch an der Klagemauer beschließe ich, zum Ölberg zu wandern. Auf dem Weg durchkreuze ich das christliche  Viertel. Japanische Christen tragen ein Kreuz auf dem Rücken und gehen singend die Via Dolorosa entlang. Katholische Christen strömen zur Grabeskirche, in der sie Abbildungen und Grabstätten Heiliger berühren können. Durch das Löwentor verlasse ich die Old City, bin froh blauen Himmel zu sehen und mich nicht mehr durch eine Menschenmenge quetschen zu müssen. Viele Fragen und Eindrücke haben sich in mir angesammelt und ich nehme sie mit auf meinen Weg zum Ölberg, um dort ein wenig Ruhe zu finden von dem Getümmel dieser Stadt. 

Ein Friede, den die Welt nicht geben kann

Denn er ist unser Friede. Eph. 2,14 Elb. 

Friede - Jesus ist mein Frieden! Die Bedeutung des Wortes „Friede“ oder auch als „Ruhe“ übersetzt, beschreibt nicht nur die Ruhe im Gegensatz zu einer Streitsituation, sondern auch eine Situation des „ungetrübten, ungestörten Wohlseins - des inneren Friedens. Zurzeit sind wir zur Ruhe gezwungen. Der Druck scheint weggenommen, der uns sonst antreibt, Leistung zu bringen. Kurzarbeit, Homeoffice und Quarantäne führen dazu, dass wir eine Verlangsamung unserer alltäglichen Routine erleben. Für den Einen ist diese Verlangsamung des Alltags eine Qual, für den Anderen ist es eine langersehnte Ruheoase. Der Eine sehnt sich wieder nach Arbeit und Druck, um wieder effizient unterwegs sein zu können. Der Andere genießt jede Minute der aufgezwungenen Ruhephasen. In welcher Beschreibung du dich auch wieder findest, ich hoffe, dass du wirklich innere Ruhe finden kannst oder schon gefunden hast. Denn der Friede und die Ruhe, die Jesus beschreibt, ist nicht nur körperliche Ruhe - das Hochlegen der Beine oder das Genießen eines Kaffees an einem schönen Ort. Nein, Jesus beschreibt, eine Ruhe des Inneren. Des Inneren, das uns manchmal anklagt; das uns zu Leistung antreibt, weil wir nicht gut genug sind; das uns unzufrieden macht, weil die Nachbarin hübscher ist als ich oder das uns wütend macht, weil wir nicht die Beförderung bekommen, für die wir viel besser geeignet sind. Jesus beschreibt eine Ruhe des Inneren - einen Frieden, durch den wir wir ganz bei uns ankommen. Und das können wir nur, wenn wir ganz bei Jesus ankommen. Bei Jesus ankommen, heißt, dass wir uns bewusst werden, wer wir sind. 

Wir sind errettet - durch Jesus

Wir sind geliebt - von Jesus

Wir sind wunderschön - durch Jesus

Wir sind geheilt - durch Jesus

Wir sind zu mehr berufen - durch Jesus

Und wir sind zuhause - in Jesus. 

Nur ein Ankommen in Jesus, ein Bewusstsein über meine Identität - wer ich bin, woher ich komme, wohin ich gehe und warum ich bin - lässt mich in dem Frieden und in der Ruhe ankommen, die Jesus ist. 

Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch.“ Joh. 14,27 Elb.

Friede in dir und in anderen 

Auf der Reise durch Israel finde ich nur schwer Ruhe und inneren Frieden. Das Treiben in diesem Land, das Suchen der Menschen und die Unruhe, ziehen mich schnell in ihr Denken. Erst als ich diese Worte von Jesus lese: „Denn er ist unser Friede“, fällt es mir wie Schuppen von den Augen: „Ja, klar, ich muss auf Jesus schauen!“ Selbst in dem Land, in dem Jesus geboren wurde, finde ich den Frieden nicht in ihren Mauern, in ihren Häusern oder in den Menschen, sondern nur, wenn ich auf Jesus fokussiert bin. Erst wenn ich wieder auf ihn schaue und die Gemeinschaft mit ihm suche, findet mein Inneres Ruhe. Gottes Plan für uns Menschen ist die Freiheit, ist Friede und ein ewiges Miteinander von Mensch und Gott. Gottes Plan für uns ist Friede. Innere Ruhe. Keine Stimme, die uns anklagt, die uns unter Druck setzt und uns jede Hoffnung nehmen will. Nein, sondern eine Stimme, die von Liebe, Annahme und Erlösung spricht - durch Jesus Christus. Hast du den Frieden von Jesus schon gefunden und erlebt? 

Gebet um Frieden für dich und andere

Und sucht den Frieden der Stadt,...und betet für sie. Jer. 29,7 Elb.

In ein paar Tagen feiern wir Ostern, die Auferstehung von Jesus Christus. Jesus ist der Friede, den die Welt nicht kennt. Wenn du keinen Frieden findest, dann rede mit Jesus darüber, was zwischen dir und ihm steht. Was möchte dir den Frieden rauben, den Jesus für dich bereithält? Welche Lügen, welche schädlichen Gewohnheiten haben sich eingeschlichen? Suche neu den Frieden, suche neu Jesus und feiere mit ihm seinen Sieg. Ich möchte dich auch ermutigen: Bete für andere, die diesen Frieden noch nicht gefunden haben. Bete für Deutschland, Israel und die Welt.

Zusätzlich möchte ich dich auf eine Aktion aufmerksam machen, bei der ganz Deutschland zum gemeinsamen Gebet aufgerufen wird, um in einer Zeit von Hoffnungslosigkeit und Angst, Verbundenheit im Gebet zu spüren. Die Aktion „Deutschland betet gemeinsam“ findet am 8.April 2020 zwischen 17 und 18:30 Uhr statt. Weitere Informationen findest du auch unter: https://deutschlandbetetgemeinsam.de

Wir wünschen dir frohe Ostern, eine schöne Zeit mit deiner Familie und vor allem wünschen wir dir Frieden! 

 

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