Etwas mit Gott erleben

Mein Wunsch nach einem Erlebnis mit Gott

            Schon immer wollte ich etwas richtig Heftiges mit Gott erleben. Vor allem wenn ich die Berichte von Missionaren gelesen habe, wünschte ich mir, dass ich auch so klare, unglaubliche Gebetserhörungen erleben würde. Und tatsächlich habe ich inzwischen schon einiges mit Gott erfahren dürfen.
            Ich möchte dir von einem Erlebnis erzählen, das mich sehr inspiriert und ermutigt hat. Im dritten Semester hatten wir das Fach Sektenkunde. Der Unterricht hat mich besonders angesprochen, weil ich mich schon immer gefragt habe, warum Sekten so einen Reiz für Menschen darstellen und warum sie so "erfolgreich" sind. Der Dozent hat den Unterricht auf einer sehr liebevolle, faire Art gestaltet. Der Unterricht wurde nicht als Lästerstunde über Sekten genutzt. Anstatt nur die Schwächen der Sekten zu analysieren, haben wir auch ihre Stärken angeschaut und uns Gedanken darüber gemacht, was wir von gewissen Sekten lernen können.
            Zu den Stärken einiger Sekten gehören oft ein auffällig freundliches Verhalten, und ein mutiges, unerschrockenes Verkünden ihres Glaubens. Der Unterricht hat mir neu gezeigt, wie wichtig es ist, dass ich meinen Glauben mutig teile. Es hat mich auch inspiriert, mehr darauf zu achten, dass ich Nächstenliebe im Alltag auf eine bewusste, offensichtliche Art auslebe.

Eine Möglichkeit, meinen Glauben zu teilen

            An dem Tag, an dem wir besprochen hatten, was wir von Sekten lernen können, entschied ich mich, nach der Schule zu Fuß einkaufen zu gehen. Es war ein längerer Spaziergang. Ich betete und bat Gott, mir zu zeigen, wo ich ein mutiges Zeugnis für Ihn sein könnte.
            Eine Frauenstimme riss mich plötzlich aus meiner Gedankenwelt. Es war eine ältere Frau auf der anderen Straßenseite. Als sie mich nach dem Weg fragte, überquerte sie aus irgendeinem Grund die Straße und ging neben mir her. Innerhalb von ein paar Sätzen kamen wir ganz natürlich auf Gott zu sprechen und ich konnte meinen Glauben mit ihr teilen. Das Gespräch ging ziemlich lange und war sehr ermutigend für mich. Als wir zum Netto kamen, blieb die Frau noch eine Weile stehen und redete weiter mit mir. Sie hat sich sehr gefreut und bedankte sich beim Abschied für das Gespräch.

Eine Möglichkeit, Nächstenliebe zu zeigen

            Begeistert und ermutigt von dieser klaren Gebetserhörung lief ich in den Netto und kaufte strahlend meine Sachen ein. Als ich bezahlt hatte und rausging, lief ich im Eingang an einer alten Frau vorbei. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie sie Mühe hatte, den Inhalt ihres Einkaufswagens in ihren Einkaufsroller zu stellen.Schon halb aus der Tür drehte ich mich dann aber doch noch um. Ich betete und bat Gott, meine Schüchternheit und Menschenfurcht wegzunehmen.
            Ich fragte die Frau, ob ich ihr beim Einpacken ihres Einkaufes helfen könnte. Sie sagte Ja, und ich half ihr den Einkaufsroller zu füllen. Als wir fertig waren, bedankte sie sich und wollte gehen, aber ich hörte eine leise Stimme, die mir sagte: Begleite sie nach Hause und hilf ihr mit dem Einkaufsroller! Diesmal musste ich Gott bitten, meine Bequemlichkeit wegzunehmen, da es mittlerweile dunkel geworden war und ich nicht wusste, wie weit sie wohnte. Meine Freundin war dazugekommen und wir begleiteten die Frau zu ihrem Haus. Es war sehr kalt und sie lief sehr langsam, aber ich merkte, wie Gott mir Liebe zu ihr schenkte. Als wir ankamen, bedankte sie sich herzlich und ich habe mich so erfüllt gefühlt wie schon lange nicht mehr.
            Bei der zweiten Frau habe ich meinen Glauben zwar nicht geteilt, aber ich konnte ihr praktische Nächstenliebe zeigen. Dieses Erlebnis hat mich so ermutigt, weil Gott mein Gebet auf so eine klare Weise erhört hat. Ich hatte Ihn gebeten, mir zu zeigen, wie ich ein offensichtliches Zeugnis sein könnte. Und er hat mir direkt zwei Möglichkeiten geschenkt. Einmal konnte ich meinen Glauben teilen und dann konnte ich einer Frau praktische Liebe zeigen.

Was ich gelernt habe

            Diese zwei Begegnungen haben mich sehr geprägt, weil Gott mir einfach gezeigt hat, wie wichtig es ist, dass ich nicht passiv zu Gott beten soll. Ich musste die Augen aufmachen und dann konnte ich bei beiden Frauen die Möglichkeit erkennen, die Gott mir gegeben hatte, die ich sonst vielleicht verpasst hätte. Dieses Erlebnis hat mich sehr ermutigt und ich bin Gott sehr dankbar dafür.
            Ich möchte dich ermutigen: Wenn du dir ein besonderes Erlebnis mit Gott wünschst, dann bitte Ihn darum! Und bete aktiv: Suche und sei offen für Möglichkeiten, wo du wirken kannst! Selbst wenn Gott dein Gebet nicht erhört oder es sich zumindest so anfühlt, sei zuversichtlich, dass Gottes Plan perfekt ist. Manchmal sind Gottes Antworten und Wirken nicht sichtbar, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht da sind.
Ich bin Amy Hope Beevers und bin 22 Jahre alt. Ich bin dankbar, dass ich mit dem christlichen Glauben aufwachsen durfte und im Alter von ca. 4 oder 5 hab ich mich entschieden, ein Leben mit Jesus zu führen. Schon als Teenie entwickelte ich den Wunsch, auf eine Bibelschule zu gehen, um Gott und Sein Wort besser kennenzulernen. Dieser Wunsch wurde im September 2015 erfüllt, und ich fing an, am Bibelseminar Bonn zu studieren. Zu meinen Hobbys gehören lesen, backen, Filme schauen, schminken, und mich mit Freunden treffen.

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