Eine Geschichte zur Ermutigung

Die folgende Geschichte hat mir meine liebe Freundin Judith nach unseren letzten Gespräch zugeschickt. Leider kenne ich den Autor nicht, aber sie war genau das, was ich zu dieser Zeit brauchte. Vielleicht geht es dir ja genauso...
Ein Mann schlief nachts in seiner Hütte, als sich der Raum plötzlich mit Licht füllte und ihm der Herr erschien. Er sagte dem Mann, dass er für ihn Arbeit habe und zeigte ihm einen großen Felsbrocken vor der Hütte.
Der Herr erklärte dem Mann, dass er mit seiner ganzen Kraft gegen diesen Felsbrocken drücken sollte. Und dies tat der Mann nun Tag für Tag. Viele Jahre lang schuftete er von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Mit seinen Schultern fest gegen die kalte, kantige Oberfläche des bewegungslosen Felsen gepresst, drückte er mit aller Kraft dagegen. Jede Nacht kehrte er wund und erschöpft in seine Hütte zurück, mit dem Gefühl, den ganzen Tag umsonst gearbeitet zu haben.
Da der Mann erste Zeichen der Entmutigung zeigte, entschloss sich der Widersacher auf den Plan zu treten, indem er Gedanken durch dessen ermatteten Geist schickte: "Du drückst schon so lange gegen diesen Brocken und er hat noch nicht einmal gewackelt. Warum willst du dir und all dem nicht einfach ein Ende bereiten? Du wirst ihn nie bewegen."
Damit gab er dem Mann vollends den Eindruck, dass seine Aufgabe unmöglich und er überhaupt ein Versager sei.
Diese Gedanken entmutigten den Mann. "Warum sollte ich mich deswegen gleich umbringen?", dachte er. "Ich werde einfach meine Zeit sinnvoll verwenden und nur noch das Nötigste für diese Sache tun und das muss dann genügen."
Und so plante er es dann auch zu tun, bis er eines Tages beschloss, die Sache ins Gebet zu nehmen und er seine sorgenvollen Gedanken dem Herrn ausschüttete.
"Herr", sagte er, "ich habe in deinem Dienst lange und hart gearbeitet und habe meine gesamte Kraft dazu verwandt, das zu tun, was du von mir gefordert hast. Doch nach all der Zeit habe ich den Felsbrocken noch nicht einmal um einen halben Millimeter fortbewegt.
Was ist hier verkehrt? Warum versage ich so?"
Der Herr antwortete liebevoll: "Mein Freund, als ich dich bat, mir zu dienen und du zustimmtest, habe ich dir gesagt, dass deine Aufgabe sei, mit all deiner Kraft gegen diesen Fels zu drücken. Jetzt nun kommst du zu mir, hast all deine Kraft verbraucht und denkst, du hättest versagt.
Doch ist das wirklich so?
Schau dich an! Deine Arme sind stark und muskelbepackt, dein Rücken ist sehnig und gebräunt, deine Hände sind schwielig vom ständigen Druck und deine Beine sind stark und fest geworden. Durch Widerstand bist du viel gewachsen und deine Fähigkeiten übersteigen bei Weitem was du vorher konntest.
Und doch hast du den Fels nicht bewegt. Aber dein Auftrag war es, gehorsam zu sein und zu drücken, deinen Glauben zu benutzen und meiner Weisheit zu vertrauen. All das hast du getan.
ICH MEIN FREUND, WERDE NUN DEN FELSBROCKEN BEWEGEN."
Wenn du Gott dienen möchtest, geht es nicht darum, was du kannst oder was du leistest. Das Ergebnis ist nebensächlich und liegt gar nicht in deiner Macht.
Hör genau hin, was Gott dir aufträgt und lebe im Vertrauen und Gehorsam. Selbst wenn du keine Frucht deiner Arbeit erkennen kannst, so kannst du sicher sein, dass dies ein Lernprozess ist, der dich auf Größeres vorbereitet.

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