Drei Gründe, warum du die Bibel lesen solltest

von Linda Epp

Warum ich die Bibel lese

Irgendwie habe ich heute keinen guten Tag. Eigentlich waren auch die letzten Tage nicht wirklich gut und werden gefühlt immer schlechter. Ich bin gereizt, selbstsüchtig und leicht aufbrausend. Kleine Wehwehchen werden zu riesigen Problemen, die meine Laune runterziehen und mich einladen, bei meiner Selbstmitleidsparty im Mittelpunkt zu stehen. Meine Gedanken kreisen sich um meinen Stress, um meine Opfer und mein Leben. Ich habe das Gefühl, dass es nichts in meinem Leben gibt, wofür ich gerade dankbar sein kann. Ich erschrecke mich, wenn ich meine Gedanken betrachte, die ich über mich selbst und über andere habe. Es scheint mir, als würde mein altes Ich das Ruder übernehmen und ich bin dem Ganzen hilflos ausgeliefert.

Und dann, in einem klaren Moment, kommt mir der Gedanke: „Hey, das Verhalten kennst du doch. Das passiert nicht zum ersten Mal.“ Ich reflektiere meine vergangenen Tage und weiß, dass ich meine Prioritäten falsch gesetzt habe. Ich habe mir keine Zeit für Gott genommen und dafür, mich von seinem heiligen Wort verändern zu lassen.

Diese Momente, die leider immer wieder mal auftreten, sind einer der Gründe, warum ich es mir zur Priorität gemacht habe, Gottes Wort zu studieren. Es verändert mich in eine christusähnliche Person. Gottes Gedanken werden zu meinen Gedanken.

Natürlich ist das Bibellesen keine Garantie dafür, dass es dir immer gut geht, du keine schlechte Laune mehr bekommst und sündiges Verhalten ein Fremdwort für dich wird. Die Bibel mal nicht zu lesen, heißt auch nicht, dass deine Tage bergab gehen werden. Ich persönlich erlebe da aber immer wieder einen Zusammenhang, weil ich merke, dass die Dinge mit denen ich mich beschäftige, meine Gedanken bestimmen.

Ich habe ein gutes Zitat dazu gelesen in dem Buch "Bibellesen mit Gewinn" von Howard G. Hendricks und William D. Hendricks (Seite 15):

„Es ist wahr, entweder du bist im Wort Gottes zu Hause und dieses Wort verwandelt dich in das Bild Jesu Christi, oder du bist in der Welt, und die Welt presst dich in ihre Form."

Ich liebe Gottes Wort, denn es ist die klarste Offenbarungsquelle, die der heilige, allmächtige, majestätische und herrliche Gott uns gegeben hat, damit wir ihn besser kennenlernen können, um in der Beziehung zu ihm zu wachsen. Wir können lesen, wie unser Gott ist, welche Verheißungen er uns gegeben hat und wie wir unsere Liebe zu ihm ausdrücken können.

In diesem Artikel möchte ich dir aufzeigen, warum du die Bibel lesen solltest. Aber ich möchte keine Schuldgefühle in dir hervorrufen. Schuld ist ein schlechter Motivator und treibt mehr Menschen weg von Gottes Wort als hin. Sie tötet Freude. Aber ich möchte dich motivieren, voller Freude das Wagnis Bibelstudium einzugehen, deinen wunderbaren Vater in seinem Wort besser kennen zu lernen und dich von ihm formen zu lassen.

Warum du die Bibel lesen solltest

  1. Das Bibelstudium ist notwendig für das Wachstum des Christen

„Seid wie neugeborene Kinder begierig nach der geistigen, unverfälschten Milch - damit ihr durch sie wachset zur Errettung.“ (1.Petrus 2,2)

Petrus nutzt hier in seinem Brief ein sehr eindrückliches Bild, um deutlich zu machen, wie unsere Haltung zur Bibel aussehen sollte. Wahrscheinlich hat schon jeder von uns einmal ein Baby erlebt, welches hungrig ist, nach der Milch schreit und diese gar nicht schnell genug bekommen kann. Genau so sollte ein Christ nach dem Wort Gottes verlangen, begierig und hungrig darauf sein. Das Baby braucht die Milch, um am Leben zu bleiben und auch der Christ braucht Gottes Wort, um sein geistliches Leben zu erhalten.

Petrus nennt uns direkt das Ziel, warum wir nach Gottes Wort verlangen sollen: damit wir wachsen. Hier meint er nicht, dass unser Wissen wächst. Das kann leicht verwechselt werden, denn man kann sehr viel von der Bibel wissen und doch nicht wachsen. Vielmehr soll uns die Bibel helfen, in das Bild Jesu verwandelt zu werden. Sie möchte uns Christus ähnlich machen.

Der erste Grund ist also unser geistliches Wachstum. Es gibt kein Wachstum ohne das Wort Gottes. Es ist Gottes bevorzugtes Werkzeug, eine gereifte Person aus uns zu machen.

  1. Das Bibelstudium ist notwendig für die geistliche Reife des Christen

„Darüber hätten wir noch viel zu sagen; aber es ist schwer zu erklären, weil ihr so unverständig geworden seid. Und ihr, die ihr längst Lehrer sein solltet, habt es wieder nötig, dass man euch die Anfangsgründe der göttlichen Worte lehre und dass man euch Milch gebe und nicht feste Speise. Denn wem man noch Milch geben muss, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein kleines Kind. Feste Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch den Gebrauch geübte Sinne haben, Gutes und Böses zu unterscheiden." (Hebräer 5,11-14)

Der Schreiber des Hebräerbriefes mahnt hier seine Leser, weil sie eigentlich schon viel weiter sein müssten in ihrer Reife als Christen. Sie hätten schon in der Universität sein können, aber stattdessen müssten sie eigentlich wieder in die Grundschule, um die Basics, wie das ABC zu lernen. Eigentlich sollten sie bereit sein, selbst Lehrer zu sein und geistliche Wahrheiten weiterzugeben, aber sie brauchen immer noch jemanden, der ihnen diese Inhalte vermittelt. Sie haben immer noch Milch nötig wie Babys, obwohl sie von der Zeit her schon ausgereifte Erwachsene sein müssten.

Wer ist eigentlich "erwachsen" im Sinne des Hebräerschreibers? Sind es die Christen, die unendlich viele Seminare, Konferenzen oder vielleicht sogar die Bibelschule besucht haben?
Nein, der Schreiber macht hier klar deutlich, dass ein Erwachsener im Glauben derjenige ist, der sich selbst durch einen kontinuierlichen Umgang mit der Schrift trainiert, um Gutes vom Bösen unterscheiden zu können.

Geistliche Reife zeigt sich nicht dadurch, wie viel man versteht, sondern wie viel man anwendet.

  1. Das Bibelstudium ist notwendig für die geistliche Wirksamkeit des Christen

„Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt. (2.Timotheus 3,16-17)“

Paulus sagt uns, dass das Wort Gottes nützlich ist und geht dabei auf vier Aspekte ein:

  • Es ist nützlich zu Belehrung.
    Durch die Schrift wird unser Denken geschult. Wir lernen, mit Gott zu reden, nach seinem Willen zu handeln, uns von seinem Geist leiten zu lassen und wie wir im Gehorsam des Glaubens leben können.
    Wenn wir nicht richtig über Gott und seine Gebote denken, dann werden wir auch nicht richtig handeln.
  • Es ist nützlich zur Überführung von Sünde bzw. zur Zurechtweisung.
    Das Wort Gottes dient uns als Spiegel, um uns deutlich zu machen, wie es um uns steht. Der Heilige Geist wirkt durch das Wort und nutzt die Bibel, um uns Erkenntnis über unseren Zustand zu schenken. Uns wird schnell klar, wo wir auf Abwege geraten sind. Gott hat mir schon mehr als einmal durch die Bibel gezeigt, wo Sünde in meinem Leben ist, wo ich mich falsch verhalte oder aber auch falsch denke.
  • Es ist nützlich zur Besserung (Wiederherstellung/Aufrichtung).
    Nachdem wir überführt wurden, bleiben wir nicht stehen, sondern Gott hilft uns durch sein Wort, den richten Weg weiterzugehen. Ich kann lernen, mich nach Gottes Willen auszurichten.
  • Es ist nützlich zur Erziehung in der Gerechtigkeit.
    Jetzt, nachdem Gott uns in Bezug auf die negativen Dinge korrigiert hat, gibt er uns in seinem Wort auch positive Richtlinien, denen wir in unserem Leben folgen können. Die Bibel gibt uns eine Anleitung für ein geheiligtes Leben.Paulus nennt uns sogar den Zweck, warum es wichtig ist, dass wir die Bibel lesen und diese Dinge in unserem Leben geschehen:
    Damit du für jedes gute Werk völlig zugerüstet bist.

    Hast du dir jemals gewünscht, dass dein Leben wirksamer für Gott ist? Was hast du dafür getan, um dafür zugerüstet zu werden?

    Das Bibelstudium ist ein grundlegendes Mittel, um ein wirksamer Diener Christi zu werden.

Das Schönste am Bibelstudium

Aber das Allerschönste am Bibelstudium will ich dir nicht vorenthalten: Du wirst dich in den Autor verlieben. Es ist schwierig, sich mit Hilfe von Stellvertretern, wie z.B. Predigten, Büchern, Kommentaren, etc. zu verlieben, auch wenn es wirklich wunderbare Hilfsmittel für dein geistliches Wachstum sind. Aber das alles ist nur aus zweiter Hand.
Wenn du Gott direkt kennenlernen und dich verlieben willst, dann musst du ihm direkt in seinem Wort begegnen.

Bedenke, dass du durch das Bibelstudium keine Extrapunkte bei Gott sammeln kannst. Er will keine Werksgerechtigkeit oder Zwang, sondern dein Herz. Er will dich segnen und beschenken. Und das größte Geschenk hat er uns in Jesus gemacht, der uns diese Beziehung zu unseren wunderbaren Gott ermöglicht. Gott offenbart sich uns in seinem Wort. Wir lesen von seiner Liebe, Treue, von seinen Verheißungen, an denen wir uns festklammern können.

Ein paar Worte zum Schluss

Gott möchte mit dir in Verbindung treten und hat seine Botschaft in ein Buch niedergeschrieben. Er möchte, dass du sein Wort studierst, unter anderem aus diesen genannten drei Gründen: Es ist wichtig für dein geistliches Wachstum, für deinen Reifeprozess und um dich auszurüsten und auszubilden, damit du ein gereinigtes und scharfes Werkzeug in seinen Händen wirst, um Gottes Absichten auszuführen.

Diesen Blogartikel habe ich mit Hilfe des Buches „Bibellesen mit Gewinn – Handbuch für das persönliche Bibelstudium“ von Howard G. Hendricks und William D. Hendricks geschrieben. Und dieses Buch kann ich euch auch wärmstens ans Herz legen, wenn ihr euch intensiver mit dem Thema beschäftigen wollt. Das Buch ist sehr praktisch aufgebaut und gibt eine gute Anleitung, wie man sein persönliches Bibelstudium gestalten kann.

 

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