Die Rückkehr des Königs

von Niklas Gleitz
Wer kennt diese Klischees nicht? Männer und Frauen sind derart unterschiedlich, dass es praktisch unmöglich ist, sie für immer zu vereinen. „Männer denken nur an das Eine“, hallt es aus der einen Richtung. „Frauen verstehen nur das, was sie wollen“, tönt es aus der anderen. So zeigt ein Witz in einer fast schon zynischen Art und Weise die scheinbar klaffende Lücke zwischen den Geschlechtern: „Eine Frau heiratet einen Mann in der Hoffnung, dass er sich ändert; tut er aber nicht. Ein Mann dagegen heiratet eine Frau in der Hoffnung, dass sie sich nicht ändert; tut sie aber.“
Trotz dieser vielen Unterschiede ist die Ehe, obwohl sie in der postmodernen Gesellschaft immer mehr an Wert verliert, stets noch die weltweit häufigste Form von Partnerschaft zwischen Mann und Frau. Wie ist das möglich?
Hierbei hilft uns ein für viele Christen bekanntes Bild aus der Bibel, welches der Apostel Paulus in Epheser 5 verwendet: „Deswegen wird ein Mensch den Vater und die Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein“, zitiert er in dem Brief aus dem 1.Buch Mose und fährt gleich daraufhin fort: „Dieses Geheimnis ist groß; ich sage es aber in Bezug auf Christus und auf die Gemeinde.“ Selbst der erste große Theologe der Kirchengeschichte, der große Missionar Paulus, sieht in dem Zusammenschluss zwischen Mann und Frau ein großes Geheimnis. Doch wie versucht er, dieses Geheimnis zu entschlüsseln? Ganz einfach: indem er es auf Christus deutet. Jesus wird nicht nur in der Offenbarung als der Bräutigam bezeichnet. Schon der Prophet Jesaja schreibt auf Jesus bezogen: „Und wie der Bräutigam sich an der Braut freut, so wird dein Gott sich an dir freuen.“ (Jes 62,5b) „Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitgemacht. Und ihr wurde gegeben, dass sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend rein“ schreibt der Apostel Johannes in Off 19,7-8a und blickt dabei voraus auf die Rückkehr des Königs. Der Tag, an dem Jesus, der Sohn Gottes, wieder auf die Erde kommen wird, um endgültig das Böse zu besiegen und in die ewige Finsternis zu werfen, ist selbst für uns Christen ein unvorstellbares Ereignis. Jesus kommt als Bräutigam auf die Erde, um seine Gemeinde zu heiraten und zu sich zu nehmen. Dorthin, wo es kein Leid, kein Geschrei und keinen Schmerz mehr gibt. Die Braut wird von jeglichem Schmutz und jeglicher Unreinheit abgewaschen und steht mit ihrem strahlend weißen Hochzeitskleid vor ihrem Bräutigam. Welch ein Bild! Welch eine Vorstellung!
Und so können wir uns sicher sein, dass Gott die Ehe zwischen Mann und Frau trotz des einen oder anderen Unterschiedes segnen wird, weil er es verheißen hat. Wenn der Mann seine Ehefrau liebt, wie Christus die Gemeinde liebt und die Frau ihn in Liebe respektiert wie die Gemeinde Jesus gegenüber, ist die Ehe eine feste Zusicherung Gottes ebenso wie die Wiederkunft Jesu und die wunderschöne Hochzeit zwischen Christus und seiner Gemeinde.
Vielleicht haben bei dir schon die Hochzeitsglocken geläutet. Vielleicht werden sie es schon bald oder auch erst in ferner Zukunft. Aber wenn es dann so weit ist, können wir sicher sein, dass Jesus auf uns herabsieht und diese Ehe als ein Bild für seine kommende Hochzeit mit allen Kindern Gottes sieht. Andersrum können sich ebenso alle Christen auf die wahre und vollkommene Hochzeit freuen, wenn die Braut bei der Hochzeit in dem strahlend weißen Kleid in die Kirche schreitet, die Gemeinde sich erhebt und auf sie schaut. Denn ebenso weiß und rein wird die Gemeinde Jesu bei seiner Wiederkunft vor seinem Thron erscheinen und von ihm in Empfang genommen werden.
Differenzen zwischen Männern und Frauen? Mag sein. Aber wenn Jesus es schafft, diese multikulturelle und universale Gemeinde zu vereinen und zu sich zu nehmen, sollte es dann nicht auch für uns möglich sein, einen Mann und eine Frau zusammen zu bringen?

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