Berufen zum Miteinander

Eindrücke aus Pakistan
Mitten in der Nacht werde ich wach und merke wie mir die Luft wegbleibt. Ich versuche tief einzuatmen, ringe nach frischer Luft. Doch das einzige was meine Lungen füllt, ist eine von Abgasen verschmutzte Luft. Dabei erinnere ich mich-ich bin ja in Pakistan. 
Pakistan, ein Land der Gegensätze! Schrille Farben der Kleidung, geben Leben in der sonst lehmfarbigen Häuserlandschaft. Wüstenstaub und Abgase tauchen die Sonnenstrahlen in ein unwirkliches Licht. Lärm in der Stadt, weite und ruhe in den Dörfern. Kinder spielen Cricket und auch viele Männer schwingen den Schläger. Die Suche nach Freiheit in den Städten, das streben nach Tratition in den Dörfern. 
Pakistan, ein Land der Schönheit und Farben und dennoch schwebt ein Geruch von Aggressivität und enge in der Luft. Der Fall der Asia Bibi beschäftigte vor einiger Zeit unsere Medien. Eine Frau, die für ihren Glauben einsteht, von ihrem Gott erzählt, muss viele Jahre dafür in der Todeszelle büßen. Mittlerweile in Freiheit und doch nicht in Freiheit. Das ist was ich fühle, wenn ich an ihr jetziges Leben denke. Vielen Christen in Pakistan geht es nicht anders. Sie dürfen sich als Gemeinde versammeln und erhalten sogar polizeilichen Schutz, wenn sie sich sonntags treffen. Doch in Zeiten der religiösen Aufständen, sind sie ein leichtes Ziel für Anschläge und bleiben deswegen lieber verdeckt. Sie leben in einem Land, dass ihnen erlaubt Christ zu sein, aber nicht davon weiter zu erzählen und erst recht nicht Diskussionen über Religionen zu Führen. Erfreulich war es für mich zu sehen, dass es Christen gibt in Pakistan und dass Gemeinden sich treffen dürfen. Traurig hat mich gemacht, dass sie nicht für ihren Glauben einstehen dürfen. 

Berufen-um zu ermutigen

Während der Zeit in Pakistan und den Gesprächen mit den Frauen dort, findet das Wort „Ermutigung“ für mich eine neue Bedeutung. Eine Ermutigung zu sein für verfolgte Christen, ein ermutigendes Wort zu haben für meine Mitchristen in Not, ist manchmal nicht leicht. Oftmals waren sie eher eine Ermutigung für mich durch ihre Standhaftigkeit und ihren Entschluss Jesus in ihrem Land zu ehren. Ich stehe diesen Frauen und den Missionaren gegenüber, möchte sie ermutigen in ihren Kampf. Aber ich werde zurück in mein wohlbehaltenes Leben in Deutschland gehen und lass sie hier allein in ihrem Kampf. Was bringen dann Worte, die für den Moment ermutigen und dann doch verblassen, wenn ich wieder weg bin? Recht früh wird dieser Konflikt in mir klar und ich bitte Gott, dass er mich zur Ermutigung werden lässt, auch wenn ich in paar Wochen wieder das Land verlasse. In den Briefen lesen wir immer wieder, dass wir besonders unsere Mitchristen ermutigen und ihnen dienen sollen. 
Lässt uns aufeinander achten! Wir wollen uns zu gegenseitiger Liebe ermutigen und einander anspornen, Gutes zu tun.“  Hebräer 10, 24 HFA
Unser Auftrag ist es auch, anderen Menschen von Gott zu erzählen (Matt. 28, 18-20). Doch die Ermutigung der Töchter und Söhne Gottes hat einen besonderen Stellenwert in der Bibel.                           
Wie ermutigt Jesus? Er verbring Zeit mit seinen Jüngern, legt die Wahrheit auf den Tisch und bietet gleichzeitig das lebendige Wasser an (Joh. 4, 1-30). Er schaut sie mit Liebe an, wenn sie versagen (Lk 22, 61), fordert sie zu neuen Abenteuer heraus (Lk 9,1-6) und hört ihnen einfach zu. 

Berufen- um zu dienen

In Demut dienen. Wir leben in Deutschland, genießen die Freiheit und die Vorzüge des Lebens. Wir arbeiten für dieses Vergnügen, keine Frage. Und dennoch möchte ich uns herausfordern, unsere Familie in anderen Länder nicht zu vergessen. Sie gehören zu unserer Familie. Sie sind fern und manchmal schein ihr Leben uns nicht so gebildet und vielleicht selbstverschuldet. Liebe bläht nicht auf und sie denkt nicht höher über sich selbst. Liebe steht mit den anderen auf einer Stufe und tut für Sie gutes. Wir sind herausgefordert unseren Mitchristen zu dienen, mit ihnen zu teilen und ihnen gutes zu tun. 
Jeder soll dem anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat. Wenn ihr die vielfältigen Gaben Gottes in dieser Weise gebraucht, setzt ihr sie richtig ein.“ 1.Petrus 4,10 HFA
Mit ihnen in ihrem Kampf stehen und sei es nur 5 Minuten im Gebet. Kleine Aufmerksamkeiten, wie eine Postkarte oder ein Brief ermutigt Missionare und Mitchristen aus anderen Ländern. Der Weg muss nicht weit sein, viele von uns haben Patenkinder, die sich über Aufmerksamkeiten an Weihnachten freuen würden, diese aber nie bekommen. Unsere Gemeinden unterstützen Missionare, die sich über kleine Ermutigungen freuen und ihre Adressen sind unserem Pastor sicherlich bekannt, so dass wir auch ihnen Worte der Ermutigung zukommen lassen können. Open Doors bietet einige Angebote an, wie man Gebetsveranstaltungen durchführen kann oder auch einfach nur an ihnen teilnehmen kann. Auf Internetseiten von verschieden Missionsgesellschaften finden wir Berichte und aktuelle Gebtsanliegen, die unser Herz für Christen aus aller Welt erreichen und erweichen lassen. 

Berufen- um zu teilen 

Seit einigen Jahren ist Deutschland ein buntes internationales Land geworden. Viele Menschen und darunter auch viele Christen aus anderen Ländern suchen hier neue Hoffnung, ein neues Zuhause und ein Land, in dem sie im Glauben wachsen können. Einige sind in Gemeinden integriert, aber viele treffen sich in ihren eigenen Kreisen und leben kaum in Gemeinschaft mit den Christen aus Deutschland. Für mich ein trauriges Bild. Ich hoffe, dass wir neu unsere Herzen für diese Christen öffnen, ihnen unsere Gastfreundschaft anbieten, ihre Geschichten anhören, an ihrer Gemeinschaft selber wachsen. 
Vergesst nicht, Gastfreundschaft zu üben! Denn ohne zu wissen, haben manche auf diese Weise Engel bei sich aufgenommen.“ Hebräer 13,2 HFA
Ich wünsche mir so ein Mensch zu werden. Weit im Herzen, weit für meine Familie im Ausland und in Deutschland. Sie ermutigen und ihnen zu dienen mit den Mitteln, die mir Gott zum teilen anvertraut hat. Meine Wohnung. Mein Geld, meine Zeit, mein Auto, mein Briefblock, mein Essen, alles Meins und doch nicht meins, sondern von Gott zum teilen anvertraut. 
Lass dich herausfordern und überlege dir, welche Missionare oder welche Christen aus dem Ausland du beschenken kannst. Sei es durch eine Postkarte, sei es durch ein Geschenk oder ein Gebet. Lass dich herausfordern und überlege dir, welche Christen in Deutschland, in deiner Umgebung, sei es ein Deutscher oder ein Gast aus anderen Ländern, du einladen kannst oder beschenken kannst, als kleine Ermutigung. Viel Freude dabei!
Von Christine Dusdal

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