„Tausend Geschenke“ von Ann Voskamp

von Regina Neufeld

Machst du mit bei dem Experiment, Eintausend Geschenke in deinem Alltag zu suchen und sie aufzuschreiben? Und machst du dann weiter von Tausend bis Unendlich?

23. Omas Kochtopf dampft noch immer

39. der Geruch von Rindern und Stroh

363. bunte Strahlen. die sich in der durchsichtigen Glaskugel brechen

526. neue Zahnbürsten

783. eine Schwester, die vergibt

904. das Knirschen des ersten Frostes

Das sind Geschenke, die Ann Voskamp nach und nach entdeckte, als sie sich darauf einließ. Was Anfangs nur ein Spiel war, ihre Gedanken von ihrer Härte und Verbitterung auf etwas Positives zu lenken, wurde lebensverändernd für sie.

Der grausame Tod ihrer kleinen Schwester, die in den Armen ihrer Mutter vor Anns Augen verblutete, der Abschied von zwei Neffen, die aufgrund einer Erbkrankheit nur wenige Monate leben konnten, die Anforderungen des Alltags auf einer Farm mit sechs Kindern. Nur die sonntäglichen Gottesdienstbesuche ließen sie ahnen, dass es mehr gibt.

In ihrem Buch erzählt die Autorin von ihrem Weg zu eucharisteo - zur Dankbarkeit. Dankbarkeit für das Hier und Jetzt. Dankbarkeit auch in schweren Zeiten. Dankbarkeit für die zärtliche Nähe Gottes. Er ist da, immer, überall. Wenn wir nur hinsehen würden.

Vom ersten Kapitel an war ich berührt von dem Schreibstil, der es schafft, Bilder zu malen und Gefühle zu veranschaulichen. In jedem Kapitel wird ein neuer Aspekt von Dankbarkeit beleuchtet. Mich beeindruckt die Ehrlichkeit. Ann Voskamp hat gerade die Schönheit des Dankes entdeckt und dann geht dieses Bewusstsein in ihrem Alltag fast wieder verloren. Aber dann erinnert Gott sie erneut und führt sie noch tiefer in das Geheimnis eines erfüllten, zufriedenen Lebens. Auf diese Reise nimmt sie uns als Leser mit und weckt Hunger danach, selbst genau hinzusehen, sich an dem Farbenspiel in den Seifenblasen des Abwaschwassers zu verlieren oder dem Mond entgegenzulaufen. Wahre Freude wartet auf uns.

Das Buch führt dem Leser vor Augen, wer wir Menschen eigentlich vor Gott sind. Der große, allmächtige Gott liebt uns, beschenkt uns jeden Augenblick. Seine Liebe ist überall. Doch wir sollten aufhören zu glauben, dass wir auch nur irgendetwas davon verdient hätten. Wir verdienen keine Gesundheit, kein Eigenheim, keinen Traummann. Wir verdienen keine Liebe, keine Vergebung. Es ist uns alles geschenkt worden. Es ist Gnade. Liebe. Unverdient und unendlich. Hat er das nicht schon damals am Kreuz bewiesen und jeden einzelnen Augenblick danach?

Es geht bei eucharisteo weder um eine Liste noch um eine Pflichterfüllung. Es geht darum, Gott zu sehen, hier und jetzt, auch wenn es dunkel ist und scheinbar alles außer Kontrolle gerät.

Sollte ich mich für ein Lieblingszitat entscheiden, ich könnte es nicht. Hier sind nur ein paar der Sätze, die ich mir leuchtend gelb markiert habe:

„Wir haben versucht, unser kleines Leben aufzublähen, aber wenn wir danken, schrumpfen wir, und die Welt ist wieder in Ordnung.“

„Während ich Momente der Herrlichkeit aufspüre, verlangsamt sich mein Leben auf herrliche Weise.“

„Wenn mir bewusst wird, dass nicht Gott mir etwas schuldet, sondern dass ich tief in seiner Gnadenschuld stehe, wird dann nicht alles zum Geschenk?“

„Es ist unmöglich, Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen, ohne dass ein Zerbruch vorausgeht.“

Lebe dein Leben langsam. Sieh hin. Schreibe, fotografiere, male deine Tausend Geschenke bis Unendlich.

Du bist eingeladen, mit Ann Voskamp zu rufen:

„Ich will Danke sagen. Ich will JA sagen. Ich will ein Ja-Leben führen, Ja sagen zu allem, was war und was ist und was sein wird.“

 

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