Mentoring ist ein Lebensstil

"Möchtest du meine Mentorin sein?"
Diese Frage löste beim ersten Mal Freude und gleichzeitig ein Bild mit Tausend Fragezeichen bei mir aus. Ich wollte das sehr gerne tun, aber ich hatte eigentlich keine Ahnung, was das bedeutete oder was das Mädchen von mir erwartete.
Wenn ich jetzt an diese Zeit zurückdenke, fallen mir viele "Fehler" auf, die ich gemacht habe. Seit ich mich mit diesem Thema beschäftige, weiß ich, dass ein Ziel und ein Rahmen gut für uns gewesen wären. Aber ich bereue nichts davon. Denn es war gut. Hätte ich dies oder jenes beachtet, die ein oder andere Methode angewandt, wäre es vielleicht noch besser gewesen. Aber hey, es war gut! Das Mädchen hat eine tolle Entwicklung gemacht und ich habe viel lernen dürfen.

Lass dich darauf ein

In diesem Monat werde ich euch einige Tipps in Sachen Mentoring weitergeben und euch verraten, welche Bücher ich hilfreich finde.
Das Wichtigste aber ist:
Mentoring ist so viel mehr.
Mehr als Regeln und Methoden.
Mehr als Antworten und Ratschläge.
Und absolut gar nicht: Fehlerlosigkeit und Perfektion.
Sind es nicht oft genau diese Vorstellungen, die uns davon abhalten, uns auf dieses Abenteuer einzulassen? Zumindest habe ich das schon sehr häufig auf unseren Schulungen gehört. "Ich habe ja selbst noch so viel zu lernen." - Super! Du zeigst Lernbereitschaft - eine wichtige Voraussetzung. Ganz ehrlich mal: Wer möchte schon ein perfektes Vorbild? Ich jedenfalls suche mir authentische Menschen, an denen ich mich orientieren kann, die sich auch trauen, mir zu zeigen, wie sie mit Fehlern umgehen.
Wenn du Mentorin sein möchtest, dann brauchst du lediglich:
  • Ein Herz für Gott
  • Liebe für Menschen
  • und den Glauben daran, dass Gott sein Reich auch dann baut, wenn du als unvollkommener Mensch an andere weitergibst, was du erfahren und lernen durftest.
Du brauchst niemanden retten, also versuche es gar nicht erst. Der Retter für alle Menschen hat sein Werk bereits vollbracht.
Du brauchst auch nicht alle Antworten kennen.
Und schon gar nicht brauchst du die Probleme und Aufgaben anderer zu deinen machen und sie zu lösen versuchen.
Wir als Mentoren wollen das Potential anderer zu ihrer vollen Entfaltung bringen.

 Lass dein Leben sprechen

Mentoring passiert in den wenigsten Fällen in einer offiziellen Mentoring/Mentee-Beziehung. Ich finde es gut und wichtig, dass wir Menschen haben, die uns fördern und für uns da sind.
Aber:
Der Großteil findet inoffiziell statt.
Beim Metoring geht es um dein ganzes Leben, denn du nimmst durch alles, was du tust und sagst Einfluss. Wenn du dir darüber im Klaren bist, kannst du die Möglichkeiten bewusst nutzen.
Mache Mentoring zu einer Lebenseinstellung.
  • erzähle, was dich begeistert
  • und von deinen Erfahrungen mit Gott
  • stelle herausfordernde Fragen
  • erzähle inspirierende Geschichten
  • nimm jemanden auf eine lange Autofahrt mit und redet einfach stundenlang
  • als Mutter kannst du jüngere Frauen zu dir einladen und reden und reden, während ihr mit den Kindern spielt oder zusammen die Fenster putzt
  • verschicke ermutigende Bibelverse oder Zitate oder ein Gebet
Ich könnte noch weitermachen, aber du merkst, worum es mir geht. Mentoring ist nicht beschränkt auf ein zweistündiges Treffen in aller Ruhe auf dem Sofa. Es geht immer und überall. Es passiert sowieso. Wir prägen andere Menschen, ob wir wollen oder nicht. Du kannst eine Frau sein, die in anderen den Glauben an einen großen Gott weckt.
Überlege dir für die kommende Woche, wen du bewusst treffen möchtest, um diese Person zu inspirieren oder zu ermutigen. Anfangs brauchst du vielleicht ein paar Vorübergegangen oder Ideen. Aber mit der Zeit denkst du nicht mehr darüber nach. Du lebst einfach und verstreust dein Salz auf dieser Welt.
Jesus hat gelehrt, egal wo er war oder wie die Umstände waren. Er reiste mit seinen Jüngern oder predigte zu Menschenmengen. Wenn sich eine Gelegenheit bot, ergriff er sie und erzählte Geschichten, stellte Fragen. Er war einfach mit ihnen zusammen.
„Beim Mentoring geht es nicht ums Klonen, sondern darum, Frauen zu helfen, mehr wie Jesus zu werden.“ (Esther Burroughs)
Die Zeiten, in denen man von Familie angeleitet wird, sind vorbei. Unsere Generation sucht nach Frauen, die authentisch sind, sie lieben, mit ihnen gehen, sie anleiten.
Du machst einen Unterschied.
Hast du schon Erfahrung in Mentoring? Hast du Tipps, Fragen oder Geschichten, die du mit uns teilen möchtest?
Oder hast du selbst eine Mentorin? Was bedeutet das für dich?
Ich würde mich sehr gerne in diesem Monat mit euch darüber austauschen und werde versuchen, auf eure Fragen einzugehen. 
Lass uns gemeinsam und von einander lernen.
<3 Regina

1 Antwort

  1. Hallo liebe Regina, das ist ein sehr schönes und relevantes Thema. Wie toll, dass du den Monat mit uns darüber nachdenken möchtest. Ich möchte gerne mitdenken. :) Ich habe einige Erfahrung im Mentoring auf Paarebene gemacht, als Mentee. Das tat mir uns unserer Beziehung sehr gut und ist in einer Ehe geendet. Diesen Austausch vermisse ich etwas. Gerne würde ich auch irgendwann die andere Rolle einnehmen und Mentor sein. Jemand sagte mal, man solle darauf achten, dass man 1) jemanden hat, von dem man lernen kann und 2) jemanden hat, dem man etwas weitergeben kann. Ich ergänze: und 3) jemanden hat, mit dem man einfach auf augenhöhe Spaß haben kann, ohne groß etwas zu lernen oder weiterzugeben. ;) Ich möchte dir aber nichts vorweg nehmen. ;) Und freue mich auf deine weiteren Beiträge, Gott befohlen, Julia

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